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Gepostet am 28. Juli 2021 von  Katrin Jastrau, Managerin bei ORO Services in Regularien

Kostentreiber regulatorische Compliance

Laut einer Umfrage von ORO Services sind die Kosten der regulatorischen Compliance gestiegen. Verantwortlich hierfür sind nicht zuletzt die wachsende Anzahl und Komplexität aufsichtsrechtlich relevanter Vorgaben.

Unter dem Einfluss der Pandemie haben viele Regulierungsmaßnahmen auch zu Erleichterungen für die betroffenen Marktteilnehmer geführt. Implementierungsfristen wurden vertagt, Kapital- und Liquiditätsanforderungen gelockert und Meldepflichten neu justiert.

Die Erfüllung regulatorischer Vorgaben treibt Kosten in die Höhe

Dennoch gilt: Je stärker eine Branche reguliert wird, desto mehr steigt auch die regulatorische Cost of Compliance. Sie beschreibt die Summe der Kosten, die aus der Identifizierung, Umsetzung und Supervision der relevanten Normen und Standards resultieren, inklusive der damit verbundenen Ressourcen. ORO Services wollte wissen, wie Kunden, Geschäftspartner und Newsletter-Abonnenten diese These einschätzen. Viele Rückmeldungen haben wir nicht erhalten, trotzdem ist die Tendenz eindeutig: Drei Viertel der Befragten gaben an, dass die regulatorische Cost of Compliance in ihren Unternehmen in den vergangenen 12 Monaten gestiegen ist.

Anzahl und Komplexität deutlich gewachsen

Womit hängt das zusammen? Nicht zu leugnen ist, dass die schiere Anzahl an regulatorischen Änderungen, mit denen sich Banken, Vermögensverwalter, Versicherungen und andere Finanzmarktteilnehmer auseinandersetzen müssen, in den vergangenen Jahren stark gestiegen ist. Seit Jahresbeginn hat Regupedia.de, das derzeit umfassendste Portal für Finanzmarktregulierung, rund 446 neue aufsichtsrechtlich verbindliche Dokumente mit Bezug zu Banken-, Kapitalmarkt-, Investment- und Versicherungsregulierung identifiziert (Stand: 28.07.2021). Vor drei Jahren waren es im vergleichbaren Zeitraum "nur" 243 Richtlinien, Verordnungen, delegierte Rechtsakte, Gesetze, Rundschreiben oder Leitlinien.

Aufsicht legt den Fokus auf Megatrends

Ein Blick auf die Prioritätenliste der Aufsicht zeigt zudem, dass die Themen, mit denen sich Compliance-Mitarbeiter mit Blick auf Finanzmarktregulierung auseinandersetzen müssen, immer komplexer werden. Beschleunigt durch die Pandemie stehen beispielsweise Digitalisierung, IT- und Cyberrisiken seit 2020 ganz oben auf der Agenda der BaFin. Das betrifft Banken, Asset Manager, Versicherer und sonstige Finanzdienstleister gleichermaßen. Genauso verhält es sich mit dem Megatrend Sustainable Finance. Dieser Bereich hat so viele Facetten, dass nicht nur alle Branchenteilnehmer, sondern auch nahezu alle Regulierungsthemen betroffen sind, von AIFMD über MiFID bis Solvency II. Auch der Brexit, in dessen Folge Großbritannien als Drittland behandelt wird, hinterlässt deutliche Spuren, vor allem im Wertpapieraufsichtsrecht.

Mehr Mitarbeiter mit spezialisiertem Know-how gefragt

All das erfordert mehr personelle Ressourcen und spezialisiertes Know-how. Bereits im Nachgang der Finanzkrise 2008 wurden Compliance-Abteilungen personell aufgestockt. Ein Blick auf Stellenausschreibungen mit Bezug zu regulatorischer Compliance macht deutlich, dass der Bedarf längst nicht gedeckt ist.

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