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Gepostet am 16. Dezember 2020 von  Katrin Jastrau, Managerin bei ORO Services GmbH in Regularien

Finanzmarktregulierung: Das wird 2021 wichtig

Nicht eine bestimmte Verordnung oder Leitlinie treibt die Finanzbranche um, sondern ein breites Spektrum an Regulierungsthemen - von Nachhaltigkeit über MaRisk und IT-Compliance bis Auslagerung und Brexit.

Dass die Regulierung den Finanzsektor nicht erst seit der jüngsten Finanzkrise fest im Griff hat, ist längst klar. Wesentlich spannender ist die Frage, welche Regulierungsthemen Banken, Kapitalverwaltungsgesellschaften, Asset Manager, Versicherungen und andere Finanzdienstleister besonders beschäftigen - insbesondere mit Blick auf das kommende Jahr. Die Leserinnen und Leser des Regupedia-Newsletters haben diese Frage beantwortet - und gleichzeitig all die Regulierungstrends bestätigt, die Regupedia.de im letzten Jahr aufgegriffen hat.

Nachhaltigkeit liegt vorn

Rund 27 % der Teilnehmer gaben an, dass Nachhaltigkeit für ihre Organisation im kommenden Jahr ganz oben auf der Regulierungsagenda steht. Für jeweils 23 % ist IT-Compliance und die MaRisk-Novelle eines der beherrschenden Themen. Nahezu 20 % bestätigten, insbesondere mit dem Thema Auslagerung beschäftigt zu sein. Für ebenso viele stellen die Normen und Standards rund um den Brexit eines der zentralen Regulierungsthemen dar.

 

Das zeigt: Nicht eine bestimmte Verordnung oder Leitlinie treibt die Finanzbranche um, sondern ein breites Spektrum an Regulierungsthemen. Was den Megatrend Nachhaltigkeit (sustainable finance) betrifft, haben Regulatoren, Verbände und Aufsicht seit Jahresbeginn rund 100 Normen und Standards veröffentlicht, die für die Finanzbranche im deutschsprachigen Rechtsraum relevant sind - vom Investmentplan für ein nachhaltiges Europa der Europäischen Kommission über die Taxonomie-Verordnung bis zur Konsultation der ESAs bzgl. der Offenlegung von ESG-Kriterien.

Anforderungen in der IT-Compliance nehmen an Fahrt auf

Kurz vor der Weihnachtspause geben die Regulatoren in der IT-Compliance noch einmal richtig Gas, u. a. mit der Novelle der Netz- und Informationssicherheitsrichtlinie (NIS) und dem IT-Sicherheitsgesetz 2.0. Im September 2020 sorgte das digitale Finanzpaket für Aufsehen im Markt, das aus vier Legislativvorschlägen zur Regulierung von Kryptoassets, dem Umgang mit Cyberrisiken und zur Stärkung digitaler Zahlungsverfahren in Europa besteht. Ende Oktober stellte die BaFin die bereits in der Branche diskutierten bankaufsichtlichen Anforderungen an die IT (BAIT) zur Konsultation. Dabei wurde die BAIT in der Fassung vom September 2018 vor allem hinsichtlich der sog. ICT-Guidelines der EBA überarbeitet.

Zeitgleich stellte die BaFin die lang erwarteten Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) zur Konsultation. Im Fokus der Änderungen stehen die Umsetzung der Leitlinien der EBA über das Management notleidender und gestundeter Risikopositionen sowie der EBA-Leitlinien zu Auslagerungen.

Outsourcing – worauf müssen sich Dienstleister einstellen?

Damit sind wir schon beim nächsten Thema, das die Finanzbranche in Atem halten wird. Nicht nur in den zahlreichen Leitlinien und Empfehlungen der Aufsichtsbehörden und Verbände sind die Vorgaben zum (Cloud-) Outsourcing geregelt. Auch das neue Mammutvorhaben Finanzmarktstärkungsintegrationsgesetz (FISG), das auf die jüngsten Vorfälle am deutschen Kapitalmarkt in Verbindung mit dem Fall Wirecard folgt, verschärft die Vorgaben zum Outsourcing spürbar. Demnach sollen Unternehmen nicht nur jede Auslagerung der BaFin melden; diese erhält auch deutlich mehr Durchgriffsrechte in Bezug auf externe Dienstleister.

Brexit-Übergangsfrist geht zu Ende

Das Vereinigte Königreich trat zwar schon am 31. Januar 2020 aus der EU aus, allerdings gelten bis zum 31. Dezember 2020 noch Übergangsregelungen, die UK-Unternehmen weiterhin Zugang zum europäischen Wirtschaftsraum (EWR) ermöglichen. Ab dem 1. Januar 2021 ändert sich das. Dann gelten für das Vereinigte Königreich in Bezug auf die EU-Finanzmarktregulierung die Regelungen eines Drittstaates. Das heißt konkret: Finanzunternehmen, die ihren Sitz in UK haben, verlieren ihren Europäischen Pass und können Kunden im EWR keine Bankgeschäfte, Finanzdienstleistungen, Investmentfonds- oder Versicherungsgeschäfte mehr zur Verfügung stellen.  

Alles in allem sind die regulatorischen Herausforderungen im neuen Jahr vielschichtig. Natürlich enthält die Regulierungsagenda noch viel mehr Themen, mit denen sich die Finanzbranche auseinandersetzen muss, z. B. die Review der MiFID II auf europäischer oder das Risikoreduzierungsgesetz auf nationaler Ebene. Regupedia.de hilft Ihnen, sich frühzeitig über aktuelle regulatorische Entwicklungen zu informieren und den Überblick zu behalten. Möchten Sie gerne mehr erfahren? Dann kontaktieren Sie uns. 


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