Feedback

Value Adjustments (XVA)

zur Glossar-Übersicht

 

Definition des Begriffs

XVA steht für Value Adjustments, häufig auch Valuation Adjustments, auf Deutsch Bewertungsanpassungen. Der Begriff bezeichnet einen Sammelbegriff für Anpassungen des beizulegenden Zeitwerts von Derivaten und anderen Finanzinstrumenten. X steht dabei als Platzhalter für verschiedene Risiko- und Kostenkomponenten. XVA berücksichtigt Faktoren, die in einer idealisierten risikofreien Bewertung nicht vollständig enthalten sind. Dazu zählen Gegenparteiausfallrisiko, eigenes Ausfallrisiko, Finanzierungskosten, Sicherheitenkosten, Initial Margin und Kapitalkosten. XVA ist kein einzelner Rechtsakt, sondern ein Bewertungs- und Risikomanagementverfahren in Handel, Treasury, Rechnungslegung und Aufsicht.

 

Vorkommen und Verwendung

XVA kommt vor allem bei Banken, Wertpapierfirmen, Derivatehändlern, zentralen Treasury-Einheiten und größeren Unternehmen mit OTC-Derivaten vor. Die Berechnung erfolgt bei Geschäftsabschluss, zu Bewertungsstichtagen und häufig täglich für Handelsbücher. XVA wird in Preisstellung, Limitsteuerung, Ergebnisanalyse, Collateral Management, Modellvalidierung und Offenlegung verwendet. Kernbereiche sind:

  1. Ermittlung erwarteter Exposures aus einzelnen Geschäften, Netting-Sets und Portfolios.
  2. Berücksichtigung von Besicherung, Margining, Vertragslaufzeiten und Close-out-Regeln.
  3. Ableitung von Kreditspreads, Funding-Spreads, Kapitalkosten und Sicherheitenparametern.
  4. Diskontierung erwarteter Kosten oder Vorteile über die Laufzeit.
  5. Abstimmung mit Rechnungslegung, Risikomodellen und interner Kapitalsteuerung.

 

Relevanz

XVA ist relevant, weil Derivatepreise nicht nur von Marktfaktoren wie Zinsen, Währungen oder Volatilitäten abhängen. Gegenpartei, Besicherung, Liquidität, Kapitalbindung und Vertragsstruktur können den wirtschaftlichen Wert deutlich verändern. Für Finanzinstitute beeinflusst XVA die Profitabilität einzelner Transaktionen, die Steuerung knapper Ressourcen und die Vergleichbarkeit von Geschäftsbereichen. Die Ergebnisse sind modellabhängig, weil Annahmen zu Exposures, Ausfällen, Wiedergewinnungsquoten, Funding-Kurven und Nettingeffekten wesentlich sind. Deshalb sind Governance, unabhängige Preisverifikation, Datenqualität und Modellvalidierung zentrale Anforderungen.

 

Beispiel / Synonyme oder verwandte Begriffe

Ein Beispiel ist ein langfristiger unbesicherter Zinsswap. Neben dem risikofreien Marktwert werden CVA für das Gegenparteirisiko, FVA für Finanzierungskosten und KVA für Kapitalkosten berücksichtigt. Verwandte Begriffe sind:

  • CVA, Anpassung für das Ausfallrisiko der Gegenpartei.
  • DVA, Anpassung für das eigene Ausfallrisiko.
  • FVA, Anpassung für Finanzierungskosten.
  • KVA, Anpassung für Kapitalkosten.
  • ColVA, Anpassung für Sicherheitenkosten und Sicherheitenverzinsung.

 

Weitere Informationen

Weitere Informationen betreffen Fair-Value-Bewertung, aufsichtsrechtliche Kapitalanforderungen, interne Preisrichtlinien und Vertragsdokumentation. In der Praxis werden XVA-Funktionen häufig zentral organisiert, um Portfolionetting, Sicherheitenflüsse, Marktdaten und Modellannahmen konsistent zu steuern. Maßgeblich bleibt die transparente Dokumentation der Methoden, Datenquellen, Limite und Verantwortlichkeiten.

 

 

Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de

Passwort zurücksetzen

Bitte geben Sie Ihre E-Mail-Adresse an. Wir senden Ihnen eine E-Mail zum Zurücksetzen Ihres Passwortes.


Abbrechen