Definition des Begriffs
Die Wertpapierkennnummer (WKN, auch WPKN, WPK oder Wert) ist ein sechsstelliger alphanumerischer Identifikationscode für Wertpapiere und Finanzinstrumente, der in Deutschland verwendet wird. Die WKN dient der eindeutigen Kennzeichnung von Aktien, Anleihen, Investmentfonds, Zertifikaten, Optionsscheinen und anderen börsennotierten Finanzinstrumenten an deutschen Handelsplätzen. Sie besteht aus sechs Zeichen, entweder Ziffern oder Großbuchstaben, wobei die Buchstaben I und O ausgeschlossen sind, um Verwechslungen mit den Ziffern 1 und 0 zu vermeiden. Im Gegensatz zur International Securities Identification Number (ISIN) enthält die WKN keine Prüfziffer. Die WKN wurde 2003 offiziell durch die ISIN abgelöst, wird aber in Deutschland weiterhin parallel verwendet und ist in die deutsche ISIN integriert.
Historische Entwicklung und Formatänderungen
Bis zum 21. Juli 2003 waren WKNs ausschließlich numerisch. An diesem Datum erfolgte die Umstellung auf ein alphanumerisches System, um die Anzahl verfügbarer Identifikatoren zu erhöhen. Bis März 2000 waren WKNs in verschiedene Nummernkreise unterteilt, die unterschiedliche Wertpapiertypen repräsentierten, beispielsweise Aktien, Optionsscheine oder Fonds. Diese Nummernkreis-Systematik wurde aufgegeben. Bei neueren WKNs können die ersten zwei bis vier Zeichen auf den Emittenten des Instruments hinweisen. Die Vergabe von WKNs erfolgt durch die WM Datenservice, eine Tochtergesellschaft der Börse Frankfurt, die auch für die Zuteilung deutscher ISINs zuständig ist.
Einbettung in die ISIN
Seit der Einführung der ISIN in Deutschland setzt sich die deutsche ISIN aus einer festgelegten Struktur zusammen: dem Ländercode DE, gefolgt von drei Nullen, der sechsstelligen WKN und einer nach ISO/IEC 7064 berechneten Prüfziffer. Beispiel: Die WKN 710000 (Daimler Truck) entspricht der ISIN DE0007100000. Diese Integration ermöglicht eine nahtlose Überleitung zwischen nationaler und internationaler Identifikation. Jedes an einer deutschen Börse gehandelte Wertpapier verfügt über eine WKN und eine korrespondierende ISIN.
Verwendung und Bedeutung
Obwohl die WKN seit 2003 offiziell durch die ISIN ersetzt wurde, ist sie in Deutschland nach wie vor weit verbreitet und wird von Anlegern, Banken, Brokern und Finanzdienstleistern aktiv genutzt. Die WKN ist kürzer und daher leichter zu merken als die zwölfstellige ISIN. Sie erscheint in Depotauszügen, Handelsbestätigungen, Börseninformationssystemen und Finanzportalen. Für grenzüberschreitende Transaktionen und regulatorische Meldepflichten gemäß MiFID II, EMIR oder anderen EU-Verordnungen ist jedoch ausschließlich die ISIN maßgeblich. Das Wort „Wertpapierkennnummer“ ist ein zusammengesetztes deutsches Wort: Wertpapierkennnummer. Nach der deutschen Rechtschreibreform von 1996 wird das Wort mit drei aufeinanderfolgenden n geschrieben.
Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de
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