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Weighted Average Maturity (WAM)

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Definition des Begriffs

WAM steht für Weighted Average Maturity, auf Deutsch gewichtete durchschnittliche Restlaufzeit. Der Begriff bezeichnet eine Laufzeitkennzahl für Portfolios aus verzinslichen Instrumenten, insbesondere Geldmarktfonds, Anleiheportfolios und Liquiditätsanlagen. WAM misst den nach Marktwert oder Nominalwert gewichteten Durchschnitt der Zeit bis zur nächsten Zinsanpassung oder bis zur Fälligkeit, abhängig von Methode und Regelwerk. Bei variabel verzinslichen Instrumenten wird häufig der nächste Zinsanpassungstermin berücksichtigt. Dadurch zeigt WAM die Zinssensitivität eines Portfolios gegenüber kurzfristigen Zinsänderungen. In der Europäischen Union ist WAM für Geldmarktfonds in der Geldmarktfondsverordnung, Verordnung (EU) 2017/1131, als zentrale Risikokennzahl verankert.

 

Vorkommen und Verwendung

WAM wird von Kapitalverwaltungsgesellschaften, Treasury-Einheiten, Banken, Versicherern, Pensionskassen, Aufsichtsbehörden und Investoren genutzt. Die Kennzahl wird regelmäßig berechnet, häufig täglich bei Geldmarktfonds und periodisch bei anderen Portfolios. Sie erscheint in Fondsberichten, Risikoberichten, Anlagegrenzen und internen Limitssystemen. Kernbereiche sind:

  1. Ermittlung der Restlaufzeit oder Zinsbindungsdauer jedes Instruments.
  2. Gewichtung der Einzelwerte nach Portfolioanteil.
  3. Addition der gewichteten Laufzeiten zur Portfolio-WAM.
  4. Überwachung gegen regulatorische, vertragliche oder interne Limite.
  5. Analyse von Auswirkungen neuer Käufe, Verkäufe und Zinsanpassungen.

 

Relevanz

WAM ist relevant, weil die Kennzahl die kurzfristige Zinsrisikoposition eines Portfolios verdichtet. Eine niedrige WAM deutet auf häufigere Zinsanpassungen, kürzere Bindungen und geringere Sensitivität gegenüber kurzfristigen Zinsänderungen hin. Eine höhere WAM kann höhere Ertragschancen ermöglichen, erhöht aber die Anfälligkeit gegenüber Marktzinsschwankungen. Für Geldmarktfonds begrenzen WAM-Vorgaben das Risiko, dass Fondsanteile durch Zinsbewegungen stark schwanken. Die Kennzahl ergänzt andere Risikomaße wie Weighted Average Life, Duration, Liquiditätsquoten, Kreditqualität und Stresstests. WAM allein beschreibt jedoch nicht das vollständige Markt-, Kredit- oder Liquiditätsrisiko.

 

Beispiel / Synonyme oder verwandte Begriffe

Ein vereinfachtes Beispiel: Ein Portfolio besteht zu 50 Prozent aus Papieren mit 10 Tagen bis zur Zinsanpassung und zu 50 Prozent aus Papieren mit 40 Tagen. Die WAM beträgt 25 Tage. Verwandte Begriffe sind:

  • Weighted Average Life, gewichtete Endlaufzeit bis zur Rückzahlung.
  • Duration, Barwertsensitivität gegenüber Zinsänderungen.
  • Restlaufzeit, verbleibende Zeit bis Fälligkeit oder Zinsanpassung.
  • MMF, Geldmarktfonds mit besonderen Laufzeit- und Liquiditätsvorgaben.

 

Weitere Informationen

Weitere Informationen betreffen Berechnungsmethodik, Datenqualität und Limitsteuerung. Bei Geldmarktfonds sind die zulässigen Höchstwerte abhängig vom Fondstyp, etwa Short-term MMF oder Standard MMF. Für eine belastbare Interpretation sind Bewertungsbasis, Zinsanpassungstermine, Kündigungsrechte, Optionen und Fremdwährungspositionen zu dokumentieren. WAM sollte stets zusammen mit WAL und Liquiditätsprofil betrachtet werden.

 

 

Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de

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