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Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication (SWIFT)

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Definition des Begriffs

Die Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication (SWIFT) ist eine 1973 gegründete belgische Genossenschaft mit Sitz in La Hulpe bei Brüssel. Sie betreibt das globale Telekommunikationsnetzwerk SWIFTNet, über das mehr als 11.000 Finanzinstitute in über 200 Ländern sichere Nachrichten für den internationalen Zahlungsverkehr austauschen. SWIFT ist im Besitz ihrer Mitgliedsbanken organisiert und unterliegt belgischem sowie europäischem Recht. Die Organisation definiert Standards für Finanznachrichten, vergibt Business Identifier Codes (BIC, auch SWIFT-Code genannt) und bietet Software sowie Services zur Abwicklung grenzüberschreitender Transaktionen an.

Aufgaben

SWIFT erfüllt folgende Kernaufgaben:

  • Bereitstellung und Betrieb des gesicherten Nachrichtennetzwerks SWIFTNet für den internationalen Zahlungsverkehr
  • Entwicklung und Pflege von Nachrichtenstandards (MT-Nachrichten, MX-Nachrichten im XML-Format)
  • Vergabe und Verwaltung von Business Identifier Codes (BIC) gemäß ISO 9362
  • Registrierungsstelle für internationale Normen (ISO 9362, ISO 10383, ISO 13616, ISO 15022, ISO 20022)
  • Bereitstellung von Softwarelösungen und technischen Services für Finanzinstitute
  • Sicherstellung von Datenschutz, Verfügbarkeit und Resilienz der Infrastruktur

SWIFT transportiert ausschließlich Nachrichten, führt jedoch keine Konten und wickelt selbst keine Zahlungen ab. Die eigentliche Abrechnung erfolgt über andere Systeme wie TARGET2 oder nationale Clearingstellen.

Zuständigkeiten

SWIFT wird durch ein Board of Directors mit 25 Mitgliedern gesteuert, die internationale Großbanken repräsentieren. Der Vorstand (Executive Committee) unter Leitung des Chief Executive Officer verantwortet das operative Geschäft. SWIFT unterliegt der Aufsicht der G10-Zentralbanken sowie der Europäischen Zentralbank, wobei die Belgische Nationalbank (NBB) eine führende Rolle einnimmt. Diese Oversight-Struktur fokussiert auf systemische Risiken, Datenschutz, Infrastruktursicherheit und Geschäftskontinuität.

Relevanz

SWIFT ist die zentrale Infrastruktur für den internationalen Zahlungsverkehr. Täglich werden über 40 Millionen Nachrichten mit einem Gesamtvolumen von mehreren Billionen Euro übertragen. Die Verfügbarkeit liegt bei 99,999 Prozent. Juristisch abgesicherter grenzüberschreitender Zahlungsverkehr ist ohne SWIFT praktisch nicht möglich. Die Organisation spielt eine Schlüsselrolle bei der Durchsetzung internationaler Sanktionen, etwa durch den Ausschluss bestimmter Banken oder Länder vom Netzwerk, wie im Fall von Iran (2012, 2018) und Russland (2022).

Besonderheiten

  • Genossenschaftliche Rechtsform im Besitz der Mitgliedsbanken
  • Drei Operating Centers in den Niederlanden, USA und der Schweiz zur Gewährleistung von Redundanz
  • Kein Zahlungsdienstleister, sondern reiner Nachrichtenübermittler
  • Zentrale Rolle in geopolitischen Sanktionsregimen
  • Überwachung durch internationale Zentralbanken ohne klassische Bankenaufsicht
  • Customer Security Programme mit jährlichen Sicherheitsaudits seit 2017

 

 

Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de

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