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Sustainability Standards Board (SSB)

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Definition des Begriffs

SSB steht für Sustainability Standards Board und bezeichnet im Finanzmarktkontext ein Standardsetzungsgremium für Nachhaltigkeitsberichterstattung. Gemeint ist regelmäßig das International Sustainability Standards Board, (ISSB), das 2021 von der IFRS Foundation in Glasgow eingerichtet wurde. Seine Grundlage liegt in der Satzung und Governance-Struktur der IFRS Foundation. Der SSB ist keine staatliche Aufsichtsbehörde, wirkt jedoch als institutioneller Normgeber für kapitalmarktorientierte Nachhaltigkeitsangaben. Er entwickelt IFRS Sustainability Disclosure Standards, die Informationen zu Nachhaltigkeitsrisiken, Chancen und finanziellen Auswirkungen vergleichbar machen. Die ersten Standards, IFRS S1 und IFRS S2, wurden 2023 veröffentlicht. IFRS S1 behandelt allgemeine nachhaltigkeitsbezogene Finanzangaben. IFRS S2 konkretisiert klimabezogene Offenlegungen, einschließlich Treibhausgasemissionen und Szenarioanalysen.

 

Aufgaben

Zu den Kernaufgaben gehören:

  1. Entwicklung global nutzbarer Offenlegungsstandards für Nachhaltigkeit.
  2. Festlegung von Anforderungen an unternehmensbezogene Klima-, Risiko- und Chancenangaben.
  3. Pflege und Weiterentwicklung bestehender Standards, einschließlich branchenspezifischer Vorgaben.
  4. Konsultation von Marktteilnehmern, Aufsehern, Investoren und Unternehmen.
  5. Unterstützung der internationalen Anschlussfähigkeit zwischen Nachhaltigkeitsberichterstattung und Finanzberichterstattung.

 

Zuständigkeiten

Der SSB konzentriert sich auf Informationen, die für Investoren, Kreditgeber und andere Kapitalgeber entscheidungsnützlich sind. Er behandelt insbesondere Governance, Strategie, Risikomanagement sowie Kennzahlen und Ziele. Inhaltliche Schwerpunkte sind allgemeine nachhaltigkeitsbezogene Finanzinformationen und klimabezogene Angaben. Die Standards richten sich nicht unmittelbar kraft eigener Rechtsmacht an Unternehmen. Verbindlichkeit entsteht erst, wenn Rechtsordnungen, Börsenregeln oder Aufsichtsrahmen die Standards übernehmen oder darauf verweisen. Eine Pflicht zur Prüfung, Sanktionierung oder Erlaubniserteilung gehört nicht zu seinem Mandat.

 

Relevanz

Der SSB prägt die internationale Harmonisierung der Nachhaltigkeitsberichterstattung. Seine Standards bilden eine Referenz für kapitalmarktorientierte Unternehmen, Finanzinstitute, Abschlussprüfer und Aufsichtsbehörden. Sie erleichtern den Vergleich von Angaben zu Übergangsrisiken, physischen Klimarisiken, Geschäftsmodellen und finanziellen Effekten. Für Banken, Versicherer und Asset-Manager sind die Standards relevant, weil sie Datenqualität, Risikobewertung und Offenlegung entlang der Finanzierungskette beeinflussen. Die Arbeit des Gremiums unterstützt zudem die Angleichung von Datenanforderungen in globalen Wertschöpfungsketten und kann Doppelberichterstattung verringern.

 

Besonderheiten

Besondere Merkmale sind:

  • Einbettung in die IFRS Foundation mit getrennten Gremien für Finanzberichterstattung und Nachhaltigkeitsberichterstattung.
  • Orientierung an Kapitalmarktinformationen statt an allgemeiner Nachhaltigkeitswirkung.
  • Nutzung vorhandener Ansätze, darunter TCFD-Struktur und branchenspezifische SASB-Inhalte.
  • Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen, damit Standards in unterschiedlichen Rechtsräumen anschlussfähig bleiben.
  • Internationale Anwendung durch freiwillige Nutzung oder nationale Übernahme.

 

 

Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de

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