Definition des Begriffs
SPL, Standardised Proxy Lookup, bezeichnet ein standardisiertes Verfahren zur Abfrage von Zahlungsadressdaten im europäischen Zahlungsverkehr. Im SEPA-Kontext wird der Begriff eng mit dem SEPA Proxy Lookup verbunden. Das Verfahren ordnet sogenannte Proxys, etwa Mobilfunknummern oder E-Mail-Adressen, einer Zahlungskennung wie der IBAN zu. Ziel ist, mobile Person-to-Person-Zahlungen einfacher und interoperabel zu machen, ohne dass Zahlungspflichtige die IBAN des Empfängers kennen müssen. Die operative Ausgestaltung erfolgte über Regeln des European Payments Council und über technische Schnittstellen für beteiligte Registeranbieter und Zahlungsdienstleister.
Vorkommen und Verwendung
SPL kommt bei proxybasierten Überweisungen und mobilen Zahlungslösungen innerhalb des SEPA-Raums vor. Beteiligt sind insbesondere Zahlungsdienstleister, Scheme-Teilnehmer und Registeranbieter. Registeranbieter halten die Zuordnung zwischen Proxy und Kontodaten oder stellen die Abfrage technisch bereit. Zahlungsdienstleister nutzen die Auskunft, um vor der Zahlungsauslösung die erreichbaren Empfängerdaten zu ermitteln.
Kernbereiche sind:
Relevanz
SPL unterstützt die Interoperabilität nationaler und bankeigener P2P-Zahlungssysteme. Es reduziert Medienbrüche, da eine bekannte Kontaktinformation als Einstieg in die Zahlungsadressierung dient. Für Institute ist das Verfahren relevant, weil es technische Anbindung, Datenvalidierung, Kundeneinwilligung und Datenschutz in einem kontrollierten Ablauf verbindet. Für den Zahlungsverkehr kann SPL die Nutzbarkeit von Echtzeitüberweisungen und mobilen SEPA-Zahlungen erhöhen. Die eigentliche Zahlung bleibt jedoch ein separater Zahlungsvorgang, der nach den jeweils einschlägigen SEPA-Regelwerken und aufsichtsrechtlichen Anforderungen verarbeitet wird.
Beispiel / Synonyme oder verwandte Begriffe
Verwandte Begriffe sind:
Weitere Informationen
Die rechtliche Einordnung berührt insbesondere Zahlungsdiensterecht, Datenschutzrecht und vertragliche Scheme-Regeln. Maßgeblich sind die Rollen der beteiligten Zahlungsdienstleister, die Datenverarbeitung bei der Proxy-Abfrage und die technische Sicherheit der Registerkommunikation. Die Nutzung erfordert verlässliche Authentifizierung, korrekte Datenpflege und klare Zuständigkeiten bei fehlerhaften oder veralteten Proxy-Daten. Im europäischen Kontext steht SPL in Verbindung mit SEPA-Überweisung, SEPA-Echtzeitüberweisung, mobilen Zahlungsdiensten und Initiativen zur stärkeren Harmonisierung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs.
Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de
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