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Securities Markets Programme (SMP)

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Definition des Begriffs

SMP, ausgeschrieben Securities Markets Programme, bezeichnet ein geldpolitisches Verfahren des Eurosystems für gezielte Wertpapierankäufe an Sekundärmärkten. Die deutsche Umschreibung lautet Programm für die Wertpapiermärkte. Es wurde durch Beschluss der Europäischen Zentralbank vom 14. Mai 2010 eingerichtet. Zweck war, schwere Störungen in bestimmten Marktsegmenten zu adressieren und eine angemessene geldpolitische Transmission im Euroraum wiederherzustellen. Das Programm betraf den Ankauf von öffentlichen und privaten Schuldverschreibungen, ohne unmittelbare Finanzierung von Staaten am Primärmarkt. Die zusätzliche Liquidität wurde grundsätzlich durch liquiditätsabschöpfende Operationen neutralisiert.

 

Vorkommen und Verwendung

Das SMP wurde während der europäischen Staatsschuldenkrise eingesetzt. Käufe erfolgten durch die nationalen Zentralbanken des Eurosystems und die Europäische Zentralbank nach den Vorgaben des EZB-Rats. Adressaten waren nicht einzelne Emittenten als Aufsichtsobjekte, sondern Marktsegmente, deren Funktionsfähigkeit für die Geldpolitik als beeinträchtigt galt. Kernbereiche waren:

  • Ankauf marktfähiger Schuldtitel am Sekundärmarkt.
  • Konzentration auf gestörte Anleihemärkte im Euroraum.
  • Wöchentliche Veröffentlichung aggregierter Bestände.
  • Sterilisierung der geschaffenen Liquidität über befristete Einlagen oder ähnliche Instrumente.
  • Fortführung der Bestände bis zur Fälligkeit oder gemäß geldpolitischer Entscheidung.

 

Relevanz

Das SMP war ein früher Baustein unkonventioneller Geldpolitik im Euroraum. Es zeigte, dass Störungen an Staatsanleihe- und Kreditmärkten die Wirkung von Leitzinsen erheblich beeinträchtigen können. Für Banken und Investoren beeinflusste das Programm Marktliquidität, Renditen, Risikoprämien und die Bewertung von Staatsanleihen. Für Zentralbanken war es ein Instrument zwischen klassischer Offenmarktpolitik und späteren großvolumigen Ankaufprogrammen. Die Beendigung des SMP im September 2012 stand im Zusammenhang mit der Einführung des Rahmens für Outright Monetary Transactions.

 

Beispiel / Synonyme oder verwandte Begriffe

  • Programm für die Wertpapiermärkte: deutsche Umschreibung des SMP.
  • Outright Monetary Transactions: späterer Rahmen für bedingte Sekundärmarktkäufe.
  • Asset Purchase Programme: späteres Ankaufprogramm des Eurosystems mit breiterem Ansatz.
  • Sterilisierung: Abschöpfung zusätzlicher Zentralbankliquidität.
  • Transmission: Übertragung geldpolitischer Impulse auf Finanzierungsbedingungen.

 

Weitere Informationen

Rechtsgrundlage war der EZB-Beschluss ECB/2010/5. Beteiligt waren die Europäische Zentralbank und die nationalen Zentralbanken des Eurosystems. Das SMP wurde nicht als allgemeines quantitatives Lockerungsprogramm konzipiert, sondern als gezielte Maßnahme zur Sicherung funktionsfähiger Marktkanäle. Seine Ausgestaltung bleibt für die Abgrenzung zwischen Geldpolitik, Finanzstabilität und monetärer Staatsfinanzierung bedeutsam.

 

 

Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de

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