Definition des Begriffs
SIDCO steht für Systemically Important Derivatives Clearing Organization, auf Deutsch systemrelevante Derivate-Clearingorganisation. Der Begriff bezeichnet eine bei der Commodity Futures Trading Commission registrierte Derivatives Clearing Organization, die vom Financial Stability Oversight Council als systemrelevante Financial Market Utility eingestuft wurde. Eine SIDCO übernimmt zentrale Clearingfunktionen für Derivate. Ihre Störung kann Marktliquidität, Zahlungsflüsse, Marginprozesse und Finanzstabilität erheblich beeinträchtigen. Die Einstufung beruht auf Title VIII des Dodd-Frank-Act und besonderen Aufsichtsstandards für Zahlungs-, Clearing- und Abwicklungssysteme.
Vorkommen und Verwendung
SIDCOs kommen im US-Derivatemarkt bei zentralen Gegenparteien vor, die Futures, Optionen oder Swaps clearen. Betroffen sind Clearingmitglieder, Handelsplätze, Swap-Execution-Facilities, Broker und größere Marktteilnehmer. Die laufende Nutzung umfasst insbesondere:
Relevanz
Die SIDCO-Einstufung ist relevant, weil zentrale Clearingstellen Risiken aus vielen Derivategeschäften bündeln und zugleich begrenzen. Ein Ausfall kann Preisbildung, Sicherheitenverwertung und Zahlungsabwicklung in mehreren Marktsegmenten beeinträchtigen. Erhöhte Standards sollen ausreichende finanzielle Ressourcen, belastbare Governance, transparente Regeln und wirksame Notfallpläne sicherstellen. Für Banken und Broker beeinflusst eine SIDCO Kapitalbindung, Liquiditätsplanung, Vertragsdokumentation und operative Anbindung. Die Einstufung erhöht die Aufsichtsintensität, ersetzt aber keine eigene Risikoanalyse der Clearingbeziehung.
Beispiel / Synonyme oder verwandte Begriffe
Ein Beispiel ist eine Clearingstelle, die große Volumina standardisierter Zinsswaps verarbeitet und wegen ihrer Marktverflechtung als systemrelevant gilt. Verwandte Begriffe sind:
Weitere Informationen
Weitere Informationen betreffen die Verbindung zwischen DCO-Regeln, Title VIII, CFTC-Vorschriften und internationalen Prinzipien für Finanzmarktinfrastrukturen. Wichtige Themen sind Recovery- und Resolution-Planung, Segregation von Kundensicherheiten, Zugangsregeln für Clearingmitglieder und die Offenlegung quantitativer Risikodaten. Grenzüberschreitend sind Anerkennung, Äquivalenz, Aufsichtskooperation und die Vergleichbarkeit mit europäischen Anforderungen an zentrale Gegenparteien bedeutsam. Maßgeblich bleibt eine dokumentierte Bewertung der Kriterien, Ressourcen und Ausfallverfahren jeder Clearingorganisation.
Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de
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