Definition des Begriffs
SFTR bezeichnet die Securities Financing Transactions Regulation, offiziell Verordnung (EU) 2015/2365 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 25. November 2015 über die Transparenz von Wertpapierfinanzierungsgeschäften und der Weiterverwendung sowie zur Änderung der Verordnung (EU) Nr. 648/2012. Die Verordnung trat am 12. Januar 2016 in Kraft. Sie regelt Transparenzpflichten für Securities Financing Transactions, kurz SFTs, und für die Weiterverwendung von als Sicherheit erhaltenen Finanzinstrumenten. Ziel ist es, Risiken aus marktbasierter Finanzierung, Sicherheitenketten und Schattenbankaktivitäten besser erkennbar zu machen. Die Meldepflichten wurden stufenweise eingeführt und gelten seit 2020 für zentrale Gruppen von Gegenparteien.
Einordnung der Relevanz
SFTR ergänzt EMIR, MiFIR, AIFMD, OGAW-Regeln und die europäische Aufsicht über Marktinfrastrukturen. Während EMIR vor allem Derivate betrifft, schafft SFTR Transparenz über Wertpapierleihe, Wertpapierpensionsgeschäfte, Buy-sell-back- und Sell-buy-back-Geschäfte sowie Margin Lending. Für den Finanzmarkt ist die Verordnung relevant, weil SFTs Liquiditätssteuerung, Leerverkaufsstrategien, Sicherheitenmanagement, Repo-Märkte und Fondsportfolios beeinflussen. Die Daten unterstützen Aufsichtsbehörden bei der Analyse von Hebelung, Konzentrationen, Laufzeiten, Gegenparteirisiken und systemischen Verflechtungen. Dadurch werden Risiken sichtbar, die außerhalb klassischer Kreditintermediation entstehen können.
Betroffene
Betroffen sind finanzielle und nichtfinanzielle Gegenparteien, soweit sie SFTs abschließen. Dazu zählen Kreditinstitute, Wertpapierfirmen, Zentralverwahrer, zentrale Gegenparteien, Versicherer, Rückversicherer, OGAW, AIF, Einrichtungen der betrieblichen Altersversorgung und sonstige Unternehmen. Auch Verwalter von Investmentfonds sind betroffen, insbesondere durch Offenlegungspflichten gegenüber Anlegern. Bestimmte Zentralbanken, öffentliche Schuldenverwaltungsstellen und internationale Organisationen können ausgenommen sein.
Anforderungen und Pflichten
Weitere Informationen
Technische Meldeanforderungen werden durch regulatorische und technische Durchführungsstandards konkretisiert. ESMA registriert und beaufsichtigt Transaktionsregister, während nationale Behörden die Einhaltung vieler Pflichten überwachen. Verknüpfte Themen sind Repo-Märkte, Wertpapierleihe, Collateral Management, LEI, UTI, EMIR, Fondsregulierung und makroprudenzielle Überwachung.
Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de
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