Definition des Begriffs
SFI bezeichnet Structured Finance Instruments, auf Deutsch strukturierte Finanzierungsinstrumente. Der Begriff beschreibt Finanzinstrumente oder Vermögenswerte, die aus einer Verbriefungstransaktion oder einer vergleichbaren strukturierten Finanzierung hervorgehen. Typisch ist die Bündelung von Forderungen oder anderen Vermögenswerten in einer Zweckgesellschaft, die daraus Wertpapiere mit unterschiedlichen Risikoprofilen ausgibt. Die Rückzahlung hängt regelmäßig von den Zahlungsströmen der zugrunde liegenden Portfolios ab. SFI ist damit eine instrumentenbezogene Kategorie für Analyse-, Rating-, Risiko- und Meldeverfahren. Rechtlich ist der Begriff insbesondere im europäischen Ratingrecht verankert. Verwandte Regelwerke sind die EU-Verbriefungsverordnung, die CRR und Vorgaben zu Transparenz, Risikoselbstbehalt und Sorgfaltspflichten.
Vorkommen und Verwendung
SFI kommen bei Banken, Wertpapierfirmen, Versicherern, Fonds, Zweckgesellschaften, Ratingagenturen und institutionellen Investoren vor. Sie werden zur Refinanzierung, Risikoübertragung, Liquiditätssteuerung oder Portfolioselektion eingesetzt. In Verfahren der Kredit- und Marktanalyse werden insbesondere geprüft:
Die Verwendung erfolgt häufig im Primärmarkt bei Emissionen und im Sekundärmarkt bei Handel, Bewertung und Überwachung bestehender Positionen.
Relevanz
SFI sind für Finanzmärkte relevant, weil sie Kreditrisiken handelbar machen und Refinanzierungsquellen erweitern können. Gleichzeitig können komplexe Strukturen Informationsasymmetrien, Modellrisiken und Liquiditätsrisiken erhöhen. Für Institute beeinflussen SFI die Eigenmittelunterlegung, Risikosteuerung, Anlagegrenzen, Due-Diligence-Prozesse und Offenlegung. Für Investoren ist entscheidend, ob Risiken aus Basiswerten, Struktur, Gegenparteien und Marktliquidität nachvollziehbar bewertet werden. Aufsichtliche Aufmerksamkeit entsteht vor allem bei Verbriefungen, Wiederverbriefungen, externen Ratings und grenzüberschreitenden Platzierungen. Die Analyse erfordert deshalb eine getrennte Betrachtung von Asset-Pool, Strukturmechanik und rechtlicher Dokumentation.
Beispiel / Synonyme oder verwandte Begriffe
Weitere Informationen
Zentrale Bezugspunkte sind die Ratingverordnung mit Artikel 3 Absatz 1 Buchstabe l und Artikel 8c sowie die Verbriefungsverordnung mit Vorschriften zu Sorgfaltspflichten, Risikoselbstbehalt, Transparenz und STS-Verbriefungen. Aufsichtlich beteiligt sind insbesondere ESMA, EBA, nationale Aufsichtsbehörden und, je nach Institut, zuständige Banken- oder Versicherungsaufsichten.
Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de
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