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Survey on Credit Terms and Conditions in euro-denominated Securities Financing and OTC Derivatives Markets (SESFOD)

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Definition des Begriffs

Survey on Credit Terms and Conditions in euro-denominated Securities Financing and OTC Derivatives Markets, kurz SESFOD, bezeichnet eine qualitative Erhebung des Eurosystems zu Kreditbedingungen in Euro-denominierten Wertpapierfinanzierungs- und OTC-Derivatemärkten. Die Erhebung wurde 2013 eingeführt und wird vierteljährlich durchgeführt. SESFOD ist kein Rechtsakt, sondern ein aufsichtliches und geldpolitisches Informationsverfahren. Es erfasst Einschätzungen großer Banken, die in den betroffenen Märkten aktiv sind, zu Preis- und Nichtpreisbedingungen, Finanzierungsverfügbarkeit, Sicherheitenanforderungen, Margins, Haircuts, Nachfrageentwicklung und Risikowahrnehmung. Ziel ist ein besseres Verständnis der Marktliquidität, der Hebelfinanzierung, der Besicherungspraktiken und möglicher Spannungen in wichtigen Finanzmarktsegmenten.

 

Vorkommen und Verwendung

SESFOD wird vom Eurosystem durchgeführt und richtet sich an ausgewählte, marktaktive Banken. Die Befragung bezieht sich auf dreimonatige Referenzzeiträume und erscheint viermal jährlich. Sie deckt Geschäfte mit verschiedenen Gegenparteien ab, darunter Banken, Hedgefonds, Versicherer, Pensionsfonds, andere Finanzintermediäre und nichtfinanzielle Unternehmen. Die Ergebnisse werden aggregiert ausgewertet und für Marktanalyse, Finanzstabilitätsbeurteilung und geldpolitische Lageeinschätzung genutzt.

Kernbereiche sind:

  • Kreditbedingungen für Wertpapierfinanzierungsgeschäfte, etwa Repos und Wertpapierleihe
  • Bedingungen für OTC-Derivate, einschließlich Margining und Besicherung
  • Unterschiede nach Gegenparteityp, Sicherheitentyp und Laufzeit
  • Veränderungen von Nachfrage, Aktivitätsniveau und Risikobereitschaft
  • Gründe für verschärfte oder gelockerte Kreditbedingungen

 

Relevanz

SESFOD ist relevant, weil Wertpapierfinanzierungs- und Derivatemärkte zentrale Kanäle für Liquidität, Sicherheitenmobilisierung und Risikotransfer sind. Änderungen der Kreditbedingungen können auf steigende Marktspannungen, höhere Gegenparteirisiken oder veränderte Refinanzierungskosten hinweisen. Die Erhebung ergänzt quantitative Markt- und Meldedaten durch qualitative Einschätzungen erfahrener Marktteilnehmer. Für Behörden liefert sie Hinweise auf Prozyklizität, Collateral-Knappheit, Leverage, Marktfragmentierung und mögliche Ansteckungskanäle. Für Institute ist SESFOD ein Referenzpunkt zur Einordnung eigener Marktbedingungen und Risikosteuerungsannahmen.

 

Beispiel/Synonyme oder verwandte Begriffe

  • Securities Financing Transactions: Wertpapierfinanzierungsgeschäfte wie Repo und Wertpapierleihe
  • OTC-Derivate: bilateral gehandelte Derivate außerhalb organisierter Börsen
  • Haircut: Bewertungsabschlag auf Sicherheiten
  • Margin: Sicherheitsleistung zur Begrenzung von Gegenparteirisiken
  • SCOOS: US-amerikanische verwandte Erhebung zu Dealer-Finanzierungsbedingungen

 

Weitere Informationen

Wichtige Bezugspunkte sind Eurosystem-Statistiken, Finanzstabilitätsanalysen, Derivate- und Repo-Märkte, Sicherheitenmanagement, EMIR, SFTR und makroprudenzielle Überwachung. SESFOD-Ergebnisse sind aggregierte Befragungsdaten und keine verbindlichen Marktpreise oder aufsichtlichen Feststellungen. Die Aussagekraft hängt von Teilnehmerkreis, Antwortqualität, Marktphase und Vergleichbarkeit der Referenzzeiträume ab.

 

 

Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de

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