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Swap Execution Facilities (SEF)

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Definition des Begriffs

SEF steht für Swap Execution Facility. Der Begriff bezeichnet ein reguliertes Handels- und Ausführungsverfahren für Swaps, also derivative Finanzkontrakte, deren Zahlungsströme von Referenzwerten wie Zinssätzen, Währungen, Krediten oder Rohstoffen abhängen. SEFs entstanden in den USA im Zuge der Reformen nach der Finanzkrise. Die rechtliche Verankerung liegt im Commodity Exchange Act, ergänzt durch den Dodd-Frank Act und die CFTC-Regeln in 17 CFR Part 37. Ziel ist, standardisierte Swapgeschäfte transparenter, überprüfbarer und wettbewerbsorientierter auszuführen.

 

Vorkommen und Verwendung

Eine SEF wird von einem registrierten Plattformbetreiber betrieben und unterliegt der Aufsicht der Commodity Futures Trading Commission. Sie steht mehreren Marktteilnehmern offen und bringt Kauf- und Verkaufsinteressen zusammen. Verwendet wird sie vor allem für Swaps, die einer Clearingpflicht unterliegen und als handelspflichtig eingestuft sind.

Zentrale Ausführungsformen sind:

  1. Orderbuch mit verbindlichen Kauf- und Verkaufsaufträgen.
  2. Request-for-Quote-Verfahren, bei dem Marktteilnehmer Preise von mehreren Gegenparteien einholen.
  3. Block-Trade-Prozesse für großvolumige Geschäfte unter besonderen Veröffentlichungsvorgaben.

 

Relevanz

SEFs erhöhen die Vorhandelstransparenz, weil Preise und handelbare Interessen auf einer geregelten Plattform sichtbar werden. Gleichzeitig verbessern sie die Nachhandelstransparenz durch Meldung und zeitnahe Veröffentlichung ausgeführter Transaktionen. Für Banken, Broker, Asset Manager, Versicherer und andere professionelle Marktteilnehmer beeinflussen SEFs die Wahl des Handelsplatzes, die Dokumentation, die Ausführungslogik und die technische Anbindung. Die Plattformstruktur unterstützt zudem Aufsicht, Marktüberwachung und die Reduzierung bilateraler Intransparenz im außerbörslichen Derivatehandel.

 

Beispiel / Synonyme oder verwandte Begriffe

  • Swap Execution Facility, vollständige englische Bezeichnung für SEF.
  • Designated Contract Market, regulierter US-Terminmarkt, der ebenfalls bestimmte Swaps listen kann.
  • Swap Data Repository, Register für die Meldung von Swapdaten.
  • Derivatives Clearing Organization, zentrale Gegenpartei für das Clearing von Swaps.
  • Made Available to Trade, Status, der eine Handelspflicht auf SEF oder zulässigem Markt auslösen kann.

Die Handelspflicht entsteht nicht für jeden Swap automatisch. Maßgeblich sind Produktmerkmale, Clearingstatus, aufsichtsrechtliche Feststellungen und die Frage, ob ein Instrument für den Handel verfügbar gemacht wurde.

 

Weitere Informationen

Relevante Rechtsgrundlagen sind Section 5h des Commodity Exchange Act, die Dodd-Frank-Vorgaben zur Swapmarktstruktur und 17 CFR Part 37. Wichtig sind Registrierung, Kernprinzipien, Zugangskriterien, Regelüberwachung, Handelssysteme, Aufzeichnungen, Meldewege und Notfallverfahren. Verwandte europäische Bezüge ergeben sich aus EMIR und MiFIR, insbesondere bei Clearing, Transparenz und Derivatehandel.

 

 

Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de

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