Definition des Begriffs
Secure Communications, deutsch sichere Kommunikation, bezeichnet im Finanzmarkt ein Bündel technischer und organisatorischer Verfahren zur geschützten elektronischen Übermittlung von Informationen. Zweck ist der Schutz von Vertraulichkeit, Integrität, Authentizität und Nachvollziehbarkeit bei interner Kommunikation, Kundenkommunikation, Aufsichtsmeldungen und Datenaustausch mit Dienstleistern. Rechtlich ist SC kein eigenständiger EU-Rechtsakt, sondern Teil des IKT-Risikomanagements, der Informationssicherheit, des Datenschutzes und der digitalen operationalen Resilienz. Maßgeblich ist eine risikobasierte Ausgestaltung, weil Kommunikationsinhalte, Empfängergruppen, Übertragungswege und Wiederherstellungsanforderungen je nach Geschäftsprozess unterschiedlich kritisch sind.
Vorkommen und Verwendung
SC kommt bei Banken, Wertpapierinstituten, Zahlungsinstituten, Versicherern, Kapitalverwaltungsgesellschaften und Marktinfrastrukturen vor. Das Verfahren betrifft fachliche Nachrichten, personenbezogene Daten, Handelsinformationen, Risikodaten und sicherheitsrelevante Meldungen. Typische Kontrollbereiche sind:
Die Kontrollen werden regelmäßig überprüft und an neue Bedrohungen angepasst.
Relevanz
Sichere Kommunikation reduziert Risiken aus Datenabfluss, Manipulation, Identitätsmissbrauch und Betriebsunterbrechungen. Für Institute wirkt SC auf die Ausgestaltung von Sicherheitsrichtlinien, Auslagerungsverträgen, Meldeprozessen und technischen Mindeststandards. Schwächen können zu Datenschutzvorfällen, operationellen Verlusten, Prüfungsfeststellungen oder zusätzlichen Maßnahmen der Aufsicht führen. Eine belastbare Kommunikationsarchitektur unterstützt außerdem die Nachweisführung gegenüber interner Revision, Abschlussprüfern und Aufsichtsbehörden. Sie erleichtert zudem eine einheitliche Behandlung kritischer Kommunikation in Auslagerungen und Gruppenstrukturen.
Beispiel / Synonyme oder verwandte Begriffe
Verwandte Begriffe sind:
Weitere Informationen
Relevante Bezugspunkte sind DORA, die Datenschutz-Grundverordnung, bankaufsichtliche Anforderungen an die IT, Zahlungsdienstevorgaben und Leitlinien zum IKT- und Sicherheitsrisikomanagement. In der Praxis werden Anforderungen häufig über Informationssicherheitsmanagementsysteme, Risikoinventare, Schutzbedarfsanalysen, Penetrationstests, Lieferantenkontrollen und Schulungen umgesetzt. Zuständig sind je nach Institut interne Kontrollfunktionen, Informationssicherheitsbeauftragte, Datenschutzfunktionen, IT-Betrieb, Compliance und das Auslagerungsmanagement. Technische Standards wie TLS, starke Kryptografie, sichere Schlüsselverwaltung und mehrstufige Authentifizierung dienen als übliche Umsetzungsmittel. SC ist deshalb ein Querschnittsthema zwischen Governance, Technik, Recht und operativer Resilienz.
Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de
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