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Sensitivities-based Method (SBM)

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Definition des Begriffs

SBM steht für Sensitivities-based Method, auf Deutsch sensitivitätsbasierte Methode. Sie ist ein Berechnungsverfahren für Marktrisiko-Eigenmittelanforderungen im Standardansatz des Fundamental Review of the Trading Book, kurz FRTB. Das Verfahren bildet Wertänderungen von Handelsbuchpositionen über Risikosensitivitäten ab. Rechtlich ist es im Baseler Marktrisikorahmen verankert und wird in der Europäischen Union über die CRR-Regeln zum Marktrisiko umgesetzt. Ziel ist eine einheitlichere und risikosensitivere Kapitalunterlegung für Zins-, Aktien-, Kreditspread-, Fremdwährungs-, Rohwaren- und Optionsrisiken. Die SBM ist kein internes Risikomodell, sondern ein regelgebundenes Standardverfahren mit aufsichtlich vorgegebenen Risikogewichten, Korrelationen und Aggregationsformeln.

 

Vorkommen und Verwendung

Die SBM wird von Banken verwendet, die Marktrisiken nach dem FRTB-Standardansatz berechnen. Sie gilt für Handelsbuchpositionen sowie bestimmte bankbuchnahe Positionen mit Marktrisikocharakter, soweit diese dem Marktrisikorahmen unterliegen. Die Berechnung erfolgt regelmäßig für regulatorische Meldungen, interne Kapitalsteuerung und Vergleichsanalysen gegenüber modellbasierten Ansätzen.

Kernbereiche sind:

  1. Delta-Risiko, Sensitivität gegenüber linearen Änderungen eines Risikofaktors.
  2. Vega-Risiko: Sensitivität gegenüber Änderungen impliziter Volatilitäten bei Optionen.
  3. Krümmungsrisiko, Erfassung nicht linearer Preisänderungen, insbesondere bei optionalen Produkten.
  4. Aggregation über Risikoklassen, Buckets, Korrelationen und vorgegebene Risikogewichte.
  5. Berechnung mehrerer Korrelationsszenarien, aus denen der maßgebliche Kapitalbetrag abgeleitet wird.

 

Relevanz

Die SBM bestimmt einen wesentlichen Teil der Eigenmittelanforderung für Marktrisiken im Standardansatz. Sie erhöht die Abhängigkeit der Kapitalanforderung von Preisrisiken, Laufzeiten, Basisrisiken und Portfoliozusammensetzung. Für Institute entstehen Anforderungen an Marktdaten, Produktmodellierung, Sensitivitätsberechnung, Datenqualität und Nachvollziehbarkeit der Aggregationslogik. Die Ergebnisse fließen in Risikoberichte, Kapitalplanung, Limitsteuerung und Aufsichtsdialoge ein. Die Methode ergänzt weitere FRTB-Komponenten wie Default Risk Charge und Residual Risk Add-on. Sie ist besonders relevant für Institute ohne Zulassung für interne Marktrisikomodelle sowie für Portfolios, die aus Modellgründen standardisiert zu behandeln sind.

 

Beispiel/Synonyme oder verwandte Begriffe

Verwandte Begriffe sind:

  • FRTB, grundlegende Überarbeitung der Handelsbuchregeln für Marktrisiken.
  • Standardised Approach, standardisierter Ansatz für regulatorische Kapitalanforderungen.
  • Risk Factor, Marktvariable wie Zinssatz, Spread, Aktienkurs, Wechselkurs oder Volatilität.
  • Bucket, regulatorische Gruppe ähnlicher Risikofaktoren für Gewichtung und Aggregation.

 

Weitere Informationen

Die SBM steht im Zusammenhang mit den Baseler Mindeststandards für Marktrisiken, den CRR-Vorschriften der Europäischen Union und technischen Vorgaben der Aufsicht. Für die praktische Anwendung sind konsistente Handelsbuchabgrenzung, belastbare Bewertungsmodelle, vollständige Sensitivitäten und dokumentierte Kontrollen erforderlich. Wesentlich sind zudem klare Datenherkunft, regelmäßige Abstimmungen mit Bewertungs- und Rechnungslegungssystemen sowie nachvollziehbare Governance für Methodikänderungen.

 

 

Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de

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