Definition des Begriffs
Repo steht für Repurchase Agreement, auf Deutsch Rückkaufvereinbarung. Gemeint ist ein besichertes Geldmarktgeschäft, bei dem eine Partei Wertpapiere verkauft und gleichzeitig vereinbart, diese zu einem späteren Zeitpunkt zu einem festgelegten Preis zurückzukaufen. Wirtschaftlich entspricht ein Repo meist einer kurzfristigen Finanzierung gegen Sicherheiten. Der Unterschied zwischen Verkaufs- und Rückkaufpreis bildet den Repo-Satz. Rechtsgrundlagen ergeben sich vor allem aus zivilrechtlichen Rahmenverträgen, Marktstandards und aufsichtsrechtlichen Vorgaben zu Liquidität, Leverage Ratio, Großkrediten, Sicherheiten und Meldewesen.
Vorkommen und Verwendung
Repos werden von Banken, Wertpapierfirmen, Zentralbanken, Fonds, Versicherern und anderen institutionellen Marktteilnehmern genutzt. Repos dienen der Liquiditätssteuerung, Wertpapierfinanzierung und Sicherheitenbewirtschaftung. Typische Kernbereiche sind:
Je nach Vertragsgestaltung können Repos über Nacht, mit fester Laufzeit oder offen abgeschlossen werden. Die Besicherung erfolgt häufig mit Staatsanleihen, Pfandbriefen oder anderen liquiden Wertpapieren. Marktteilnehmer passen den Wert der Sicherheiten regelmäßig an.
Relevanz
Repos sind ein zentrales Instrument des Geldmarkts und verbinden kurzfristige Finanzierung mit dem Markt für sichere Wertpapiere. Für Institute beeinflussen sie Liquiditätskennzahlen, Refinanzierungskosten, Bilanzstruktur und Sicherheitenverfügbarkeit. In Stressphasen kann der Repo-Markt Hinweise auf Knappheit bestimmter Sicherheiten oder auf Vertrauensverluste zwischen Marktteilnehmern geben. Aufsichtlich relevant sind insbesondere Gegenparteirisiko, Marktwertschwankungen der Sicherheiten, Haircuts, Wiederverwendung von Sicherheiten und Konzentrationen bei einzelnen Emittenten. Dadurch wirken Repos unmittelbar auf Geldmarktsätze und die Funktionsfähigkeit besicherter europäischer Finanzierungsmärkte.
Beispiel/Synonyme oder verwandte Begriffe
Verwandte Begriffe sind:
Weitere Informationen
Repos stehen in Verbindung mit der europäischen Geldmarktregulierung, der Verordnung über Wertpapierfinanzierungsgeschäfte, bankaufsichtlichen Liquiditätsanforderungen und den Meldepflichten für Finanztransaktionen. In der Praxis werden häufig standardisierte Rahmenverträge genutzt, etwa internationale Master Agreements. Für die Risikosteuerung sind tägliche Bewertung, Margenausgleich, Laufzeitstruktur und rechtliche Durchsetzbarkeit der Sicherheiten entscheidend. Dokumentation und eindeutige Eigentumsrechte mindern Rechtsrisiken bei Insolvenz oder Ausfall einer Gegenpartei, besonders bei grenzüberschreitenden Transaktionen im europäischen Markt.
Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de
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