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Regulatory Technology (RegTech)

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Definition des Begriffs

RegTech steht für Regulatory Technology und bezeichnet den Einsatz digitaler Technologien zur Unterstützung regulatorischer Prozesse in Finanzunternehmen, FinTechs, Versicherungen und anderen beaufsichtigten Marktteilnehmern. Der Begriff ist kein einzelnes aufsichtsrechtliches Verfahren, sondern ein Sammelbegriff für technische Lösungen, die Compliance, Risikomanagement, Meldewesen und Überwachung effizienter, nachvollziehbarer und prüfbarer machen. RegTech entwickelte sich besonders nach der Finanzkrise 2007–2008, als Umfang, Detailtiefe und Geschwindigkeit regulatorischer Anforderungen deutlich zunahmen. Eine einheitliche gesetzliche Definition besteht nicht; die rechtliche Einordnung ergibt sich aus den jeweils unterstützten Pflichten.

 

Vorkommen und Verwendung

RegTech-Lösungen werden von Instituten, Wertpapierfirmen, Zahlungsdienstleistern, Kapitalverwaltungsgesellschaften und Infrastrukturanbietern eingesetzt. Sie unterstützen interne Kontrollfunktionen, Fachbereiche und externe Dienstleister. Typische Einsatzfelder sind:

  1. automatisierte Identifizierung und Prüfung von Kunden, etwa im Rahmen von Know-your-Customer-Prozessen;
  2. Transaktionsüberwachung zur Erkennung von Geldwäsche, Marktmissbrauch oder Sanktionsrisiken;
  3. regulatorisches Reporting, einschließlich Datenaufbereitung, Plausibilisierung und Einreichung;
  4. Verwaltung von Vorschriften, Kontrollen, Nachweisen und Prüfpfaden;
  5. Überwachung von IKT-Risiken, Outsourcing und operationeller Resilienz.

Einsatz und Aktualisierung erfolgen fortlaufend, weil regulatorische Vorgaben, Datenquellen und Risikomuster sich regelmäßig ändern.

 

Relevanz

Die Relevanz von RegTech liegt in der Verbindung von aufsichtsrechtlichen Pflichten mit datengetriebenen Prozessen. Gut gesteuerte Lösungen können die Vollständigkeit von Meldedaten verbessern, Bearbeitungszeiten verkürzen und Kontrollen konsistenter dokumentieren. Für Institute entstehen zugleich Anforderungen an Modellgovernance, Datenqualität, Informationssicherheit, Auslagerungsmanagement und menschliche Kontrolle. Automatisierung ersetzt daher keine Verantwortung der Geschäftsleitung. Sie verändert vor allem die Art, wie regulatorische Pflichten operativ erfüllt und nachgewiesen werden.

 

Beispiel / Synonyme oder verwandte Begriffe

Verwandte Begriffe sind:

  1. SupTech, (Supervisory Technology) bezeichnet digitale Werkzeuge von Aufsichtsbehörden zur Analyse, Prüfung und Marktüberwachung.
  2. FinTech beschreibt technologiegestützte Finanzdienstleistungen, ist aber nicht auf Regulierung ausgerichtet.
  3. Compliance-Management-System bezeichnet organisatorische Regeln, Prozesse und Kontrollen zur Einhaltung rechtlicher Vorgaben.
  4. Regulatory Reporting meint die strukturierte Übermittlung aufsichtsrechtlicher Daten an Behörden.

 

Weitere Informationen

RegTech steht in engem Bezug zu Anforderungen aus Finanzaufsichtsrecht, Geldwäscherecht, Datenschutzrecht, IT-Sicherheitsrecht und Vorgaben zur digitalen operativen Resilienz. Relevante Rahmenwerke umfassen unter anderem risikobasierte Compliance, interne Kontrollsysteme, Anforderungen an die Geschäftsorganisation und Regeln für Auslagerungen an IKT-Dienstleister. Bei grenzüberschreitender Nutzung sind Datenübermittlung, Cloud-Standorte, Zugriffsrechte und Auditierbarkeit besonders zu berücksichtigen. Aufsichtsbehörden bewerten RegTech nicht als Ersatz für wirksame Governance, sondern als technisches Mittel innerhalb kontrollierter Prozesse.

 

 

Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de

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