Definition des Begriffs
Das Regulatory Consistency Assessment Programme, kurz RCAP, ist ein Prüf- und Bewertungsverfahren des Basler Ausschusses für Bankenaufsicht zur Beurteilung der konsistenten Umsetzung internationaler Bankenstandards. Es wurde nach der Finanzkrise 2007–2009 eingeführt, um die nationale Anwendung von Basel III vergleichbarer zu machen. RCAP ist kein Gesetzgebungsverfahren und schafft kein unmittelbar verbindliches Recht. Es wirkt über internationale Aufsichtserwartungen, Transparenz, Peer Reviews und den politischen Umsetzungsdruck innerhalb des Basler Rahmenwerks.
Vorkommen und Verwendung
RCAP wird für Mitgliedstaaten und relevante Regelwerke angewendet, wenn diese zentrale Basel Standards in nationales oder regionales Recht übertragen. Die Prüfungen erfolgen durch Expertenteams aus Aufsichtsbehörden und Zentralbanken. Bewertet wird, ob Vorschriften inhaltlich, zeitlich und praktisch mit den Basler Mindeststandards übereinstimmen. Typische Prüffelder sind:
Relevanz
RCAP stärkt die Vergleichbarkeit von Kapitalquoten und Risikokennzahlen international tätiger Banken. Eine konsistente Umsetzung verhindert regulatorische Arbitrage, also die Ausnutzung unterschiedlicher Regelwerke bei wirtschaftlich ähnlichen Risiken. Für Institute kann ein RCAP-Ergebnis mittelbar relevant sein, weil es nationale Aufsichten, Gesetzgeber und Marktteilnehmer auf Regelungslücken oder Abweichungen aufmerksam macht. Bewertungen können Anpassungen an Gesetzen, Verordnungen, Verwaltungspraxis oder Meldeanforderungen auslösen. RCAP unterstützt damit gleiche Wettbewerbsbedingungen und die Glaubwürdigkeit des Basel III Rahmens.
Beispiel / Synonyme oder verwandte Begriffe
Ein Beispiel ist die Bewertung, ob die in einer Jurisdiktion geltenden Eigenmittelregeln die Basler Anforderungen an hartes Kernkapital, Abzugspositionen und Übergangsfristen sachgerecht umsetzen.
Weitere Informationen
RCAP umfasst neben Länderbewertungen auch thematische Analysen zur Risikogewichtung und zur Berechnung risikogewichteter Aktiva. Ergebnisse werden typischerweise in Bewertungsstufen ausgedrückt, etwa konform, weitgehend konform, wesentlich nicht konform oder nicht konform. Beteiligt sind der Basler Ausschuss, nationale Bankenaufsichten und Zentralbanken. In Europa stehen RCAP-Bewertungen in engem Zusammenhang mit der Umsetzung über Kapitaladäquanzverordnung, Kapitaladäquanzrichtlinie und ergänzende technische Standards.
Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de
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