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Payment versus Payment (PvP)

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Definition des Begriffs

PvP steht für Payment versus Payment, auf Deutsch Zahlung gegen Zahlung. Der Begriff bezeichnet ein Abwicklungsverfahren für Devisen- und Mehrwährungsgeschäfte, bei dem die endgültige Zahlung in einer Währung nur dann erfolgt, wenn die endgültige Zahlung in der anderen Währung ebenfalls erfolgt. Dadurch wird das Erfüllungsrisiko aus zeitlich versetzten Zahlungsströmen begrenzt. Dieses Risiko wird auch Principal Risk oder Herstatt-Risiko genannt, weil eine Partei sonst den vollen Betrag einer Währung leisten könnte, ohne die Gegenwährung zu erhalten. PvP ist in internationalen Standards für Zahlungs- und Finanzmarktinfrastrukturen verankert und gehört zu den zentralen Methoden zur sicheren Abwicklung von Fremdwährungstransaktionen.

 

Vorkommen und Verwendung

PvP kommt vor allem im Devisenhandel, bei Währungsswaps, Mehrwährungszahlungen und institutionellen Treasury-Prozessen vor. Das Verfahren wird von Finanzmarktinfrastrukturen, Korrespondenzbanken, Zentralbanken und Zahlungsdienstleistern genutzt oder unterstützt. Häufig erfolgt die Abwicklung über spezialisierte Systeme, die beide Währungsseiten miteinander verknüpfen und nur bei vollständiger Erfüllbarkeit freigeben.

Kernbereiche sind:

  1. Abgleich der Zahlungsinstruktionen, einschließlich Währungen, Beträge, Valutadatum und Gegenparteien.
  2. Liquiditätsprüfung, damit beide Parteien rechtzeitig ausreichende Mittel bereitstellen.
  3. Technische Verknüpfung der beiden Zahlungsseiten, um eine einseitige Endgültigkeit zu vermeiden.
  4. Finalität der Abwicklung, also rechtlich wirksamer und unwiderruflicher Zahlungsvollzug.
  5. Notfall- und Ausfallprozesse für verspätete Zahlungen, technische Störungen oder Gegenparteiausfälle.

 

Relevanz

PvP reduziert systemische Risiken im globalen Devisenmarkt. Ohne PvP können Zeitunterschiede, unterschiedliche Zahlungssysteme und Korrespondenzbankketten erhebliche offene Positionen erzeugen. Für Banken wirkt sich PvP auf Liquiditätssteuerung, Limitüberwachung, Intraday-Risikomanagement und Kapitalplanung aus. Aufsichtliche Prüfungen betrachten, ob Institute verfügbare PvP-Mechanismen nutzen, verbleibende Nicht-PvP-Exposures messen und interne Limite angemessen steuern. Das Verfahren unterstützt Marktstabilität, weil es Zahlungsausfälle nicht nur bilateral, sondern auch entlang vernetzter Finanzmarktinfrastrukturen begrenzt.

 

Beispiel / Synonyme oder verwandte Begriffe

Verwandte Begriffe sind:

  • Zahlung gegen Zahlung, deutsche Langform von Payment versus Payment.
  • Delivery versus Payment, Abwicklung von Wertpapierlieferung gegen Geldzahlung.
  • Herstatt-Risiko, Risiko des Verlusts einer bereits gezahlten Währungsseite.
  • CLS, spezialisiertes Abwicklungssystem für ausgewählte Währungen.
  • Settlement Finality, rechtliche Endgültigkeit einer Zahlung.

 

Weitere Informationen

Relevante Bezugspunkte sind internationale Grundsätze für Finanzmarktinfrastrukturen, Regeln zur Zahlungsfinalität, Vorgaben zum Devisenabwicklungsrisiko und interne Risikomanagementstandards von Instituten. Nicht jede Währung und nicht jeder Marktteilnehmer ist an ein PvP-System angebunden. Deshalb bleiben ergänzende Kontrollen für bilaterale oder korrespondenzbankbasierte Abwicklungen erforderlich.

 

 

Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de

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