Definition des Begriffs
PSPP steht für Public Sector Purchase Programme, auf Deutsch Programm zum Ankauf von Wertpapieren des öffentlichen Sektors. Es ist ein geldpolitisches Ankaufverfahren des Eurosystems innerhalb des Asset Purchase Programme (APP). Das Programm begann im März 2015 und diente dazu, die geldpolitische Transmission zu unterstützen, Finanzierungsbedingungen zu lockern und Preisstabilität im Euro-Währungsgebiet zu sichern. Grundlage waren Beschlüsse des EZB-Rats und der geldpolitische Handlungsrahmen des Eurosystems.
Vorkommen und Verwendung
Durchgeführt wurde das PSPP von der Europäischen Zentralbank und den nationalen Zentralbanken des Euro-Währungsgebiets. Gekauft wurden vor allem marktfähige Schuldtitel von Zentralstaaten, regionalen oder lokalen Gebietskörperschaften, anerkannten Agenturen sowie supranationalen europäischen Emittenten. Die Käufe erfolgten überwiegend am Sekundärmarkt, also nach der Erstausgabe der Wertpapiere. Die Verteilung orientierte sich grundsätzlich am Kapitalschlüssel der EZB. Zentrale Prüffelder waren:
Relevanz
Das PSPP war ein wesentliches Instrument der unkonventionellen Geldpolitik im Euroraum. Es beeinflusste Renditen öffentlicher Anleihen, Liquidität an Anleihemärkten und die allgemeinen Finanzierungsbedingungen. Für Banken war das Programm relevant, weil es Marktpreise, Sicherheitenwerte und Portfoliostrukturen berührte. Für Staaten und öffentliche Emittenten erhöhte es die Bedeutung der Sekundärmarktliquidität und der Emissionsstruktur. Seit Juli 2022 fanden keine Nettoankäufe mehr statt. Reinvestitionen wurden zunächst fortgeführt, anschließend reduziert und ab Juli 2023 beendet. Der Bestand baut sich seitdem über Fälligkeiten ab.
Beispiel / Synonyme oder verwandte Begriffe
Weitere Informationen
Rechtlich berührt das PSPP insbesondere das Verbot monetärer Haushaltsfinanzierung nach Artikel 123 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union. Die operative Ausgestaltung lag beim Eurosystem. Berichtspflichten, Ankaufkriterien und Bestandsdaten wurden regelmäßig veröffentlicht. Verknüpft ist das PSPP mit dem geldpolitischen Beschlussverfahren des EZB-Rats, dem Risikomanagement der Zentralbanken und den Bilanzpositionen des Eurosystems.
Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de
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