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Principles for Financial Market Infrastructure (PFMI)

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Definition des Begriffs

Principles for Financial Market Infrastructures, kurz PFMI, bezeichnen internationale Grundsätze für Finanzmarktinfrastrukturen. Der Rahmen wurde 2012 von dem damaligen Committee on Payment and Settlement Systems und der International Organization of Securities Commissions veröffentlicht. Heute wird er von CPMI und IOSCO getragen. PFMI ist kein unmittelbar geltendes Gesetz, sondern ein globaler Standardrahmen für sichere, effiziente und widerstandsfähige Infrastrukturen im Finanzmarkt. Er richtet sich an Systeme, die Zahlungen, Wertpapiere, Derivate oder andere Finanztransaktionen verarbeiten, verrechnen, abwickeln oder registrieren.

 

Vorkommen und Verwendung

PFMI werden von Zentralbanken, Aufsichtsbehörden, Abwicklungsbehörden und Betreibern von Finanzmarktinfrastrukturen verwendet. Die Grundsätze dienen als Maßstab für Zulassung, Überwachung, Selbstbewertung, externe Prüfung und internationale Vergleichbarkeit. Betroffen sind insbesondere:

  • Zahlungssysteme mit systemischer Bedeutung.
  • Zentralverwahrer und Wertpapierliefer- und Abrechnungssysteme.
  • zentrale Gegenparteien für Clearingprozesse.
  • Transaktionsregister für Derivate und andere meldepflichtige Geschäfte.

Der Rahmen umfasst Grundsätze zu Governance, Kreditrisiko, Liquiditätsrisiko, Sicherheiten, Abwicklung, Ausfallmanagement, operationellem Risiko, Zugang, Effizienz, Transparenz und Offenlegung.

 

Relevanz

PFMI sind für die Finanzstabilität wesentlich, weil Finanzmarktinfrastrukturen zentrale Knotenpunkte des Finanzsystems bilden. Störungen können Zahlungen, Wertpapierabwicklung, Derivateclearing und Marktliquidität gleichzeitig beeinträchtigen. Für Betreiber führt PFMI zu hohen Anforderungen an Risikomanagement, Eigenmittel, Notfallplanung, technische Resilienz, Ausfallverfahren und Datenqualität. Für teilnehmende Banken, Broker, Zahlungsdienstleister und Handelsplätze beeinflusst der Rahmen die Mitgliedschaftsanforderungen, das Sicherheitenmanagement, die Liquiditätssteuerung und die operative Anbindung. Aufsichtsbehörden nutzen PFMI außerdem zur Beurteilung grenzüberschreitender Infrastrukturen und zur Abstimmung internationaler Überwachung.

 

Beispiel/Synonyme oder verwandte Begriffe

Ein Beispiel ist eine zentrale Gegenpartei, die Derivategeschäfte zwischen Marktteilnehmern cleart. PFMI verlangt dort robuste Margensysteme, belastbare Ausfallfonds, klare Default-Regeln und ausreichende Liquiditätsquellen.

  • FMI, Financial Market Infrastructure, Sammelbegriff für zentrale Marktinfrastrukturen.
  • CCP, zentrale Gegenpartei, die als Käufer und Verkäufer zwischen Handelspartner tritt.
  • CSD, Zentralverwahrer für Wertpapiere.
  • Trade Repository, Transaktionsregister für Meldedaten.

 

Weitere Informationen

PFMI wird in vielen Rechtsordnungen durch Aufsichtspraxis, Verordnungen, technische Standards und Prüfprogramme umgesetzt. In Europa bestehen enge Bezüge zu EMIR, CSDR, Zahlungsverkehrsaufsicht, Zentralbanküberwachung und Anforderungen an operationale Resilienz. Ergänzende Leitlinien behandeln Sanierungsplanung, Cyberresilienz, Offenlegung und quantitative Berichte. Betreiber müssen regelmäßig nachweisen, dass ihre Regeln, Modelle, Kontrollen und Notfallverfahren den Risiken ihrer Dienstleistungen entsprechen.

 

 

Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de

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