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Pandemic emergency longer-term refinancing operation (PELTRO)

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Definition des Begriffs

PELTRO steht für Pandemic Emergency Longer-Term Refinancing Operations, auf Deutsch pandemiebedingte längerfristige Refinanzierungsgeschäfte. Es handelt sich um ein geldpolitisches Verfahren des Eurosystems, das Kreditinstituten während der COVID-19-Krise zusätzliche Zentralbankliquidität bereitstellte. Der EZB-Rat beschloss die PELTROs am 30. April 2020 als Teil der Krisenmaßnahmen zur Stabilisierung der geldpolitischen Transmission. Rechtsgrundlage sind die allgemeinen Regeln für Offenmarktgeschäfte des Eurosystems, insbesondere der geldpolitische Handlungsrahmen der Europäischen Zentralbank und der nationalen Zentralbanken.

 

Vorkommen und Verwendung

PELTROs wurden vom Eurosystem durchgeführt, also von der Europäischen Zentralbank zusammen mit den nationalen Zentralbanken des Euroraums. Teilnahmeberechtigt waren zugelassene geldpolitische Geschäftspartner, typischerweise Banken, die notenbankfähige Sicherheiten stellen konnten.

Kernmerkmale des Verfahrens waren:

  • längerfristige Bereitstellung von Liquidität mit festgelegten Laufzeiten,
  • Durchführung als Mengentender mit festem Zinssatz und voller Zuteilung,
  • Besicherung durch zulässige Vermögenswerte,
  • zeitlich begrenzte Nutzung im Kontext der Pandemie.

Die ersten Geschäfte wurden 2020 angeboten. Weitere Operationen folgten 2021 in vierteljährlicher Abfolge. Die Inanspruchnahme erfolgte freiwillig. Die zugeteilten Beträge erschienen in der Bilanz der Zentralbanken als geldpolitische Kredite an Kreditinstitute. Rückzahlungen erfolgten zum jeweiligen Fälligkeitstermin; eine dauerhafte Refinanzierungseinrichtung wurde damit nicht geschaffen. Anders als TLTROs enthielten PELTROs keine individuellen Zielvorgaben für das Kreditwachstum. Sie wirkten daher breit angelegt.

 

Relevanz

PELTROs ergänzten andere geldpolitische Sondermaßnahmen, speziell gezielte längerfristige Refinanzierungsgeschäfte und Wertpapierankaufprogramme. Sie sollten Liquiditätsengpässe im Bankensystem begrenzen und die Kreditvergabe an Realwirtschaft und Finanzmärkte stützen. Für teilnehmende Institute wirkten sie als zusätzliche Refinanzierungsquelle, wenn Marktfinanzierung unsicherer oder teurer wurde. Die Konditionen waren so ausgestaltet, dass Banken Planungssicherheit über Laufzeit, Zinssatz und Zuteilung erhielten.

 

Beispiel/Synonyme oder verwandte Begriffe

Verwandte Begriffe sind:

  • LTRO, längerfristiges Refinanzierungsgeschäft ohne pandemiespezifischen Bezug,
  • TLTRO, gezieltes längerfristiges Refinanzierungsgeschäft mit Anreizen für Kreditvergabe,
  • PEPP, Pandemie-Notfallankaufprogramm für Wertpapiere,
  • Offenmarktgeschäft, geldpolitisches Instrument zur Steuerung von Liquidität.

 

Weitere Informationen

PELTROs gehören zur operativen Umsetzung der Geldpolitik im Euroraum. Maßgeblich sind die Beschlüsse des EZB-Rats, die allgemeinen Teilnahmebedingungen für geldpolitische Geschäftspartner, der Sicherheitenrahmen des Eurosystems und die technischen Ausschreibungsparameter der einzelnen Operationen. Nach Auslaufen der jeweiligen Geschäfte verlieren PELTROs ihre laufende operative Bedeutung, bleiben aber ein Beispiel für befristete Kriseninstrumente der Zentralbankpolitik.

 

 

Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de

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