Definition des Begriffs
Over-the-counter (OTC, deutsch: außerbörslicher Handel) bezeichnet den direkten Handel mit Finanzinstrumenten zwischen Marktteilnehmern außerhalb regulierter Börsen und multilateraler Handelssysteme. Im Gegensatz zum börslichen Handel erfolgt der OTC-Handel bilateral zwischen zwei Parteien oder über Broker-Dealer-Netzwerke, ohne Einschaltung eines zentralisierten Handelsplatzes mit transparentem Orderbuch. OTC-Geschäfte werden individuell ausgehandelt und ermöglichen flexible, maßgeschneiderte Vertragsbedingungen. Der Begriff stammt ursprünglich aus dem Apothekengeschäft, bei dem Medikamente direkt über den Tresen verkauft wurden.
Vorkommen und Verwendung
OTC-Handel findet in nahezu allen Segmenten der Finanzmärkte statt und umfasst:
Der OTC-Handel wird überwiegend durch institutionelle Investoren wie Banken, Versicherungen, Hedgefonds und Unternehmen genutzt. Privatanleger haben eingeschränkten Zugang, etwa über spezialisierte Broker.
Relevanz
OTC-Märkte machen einen erheblichen Anteil des weltweiten Finanzhandels aus. Allein OTC-Derivate repräsentieren rund 95 Prozent des globalen Derivatemarktes. Die Finanzkrise 2008 offenbarte erhebliche Schwächen im OTC-Handel, insbesondere bei komplexen Derivaten, die zu systemischen Risiken führten. Daraufhin wurden umfassende regulatorische Reformen eingeleitet, darunter:
Besonderheiten
Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de
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