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Outright Monetary Transactions (OMT)

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Definition des Begriffs

Outright-Monetary-Transactions (OMT, auf Deutsch: geldpolitische Outright-Geschäfte) bezeichnen ein Instrument der Europäischen Zentralbank (EZB), mit dem das Eurosystem Staatsanleihen von Mitgliedstaaten des Euro-Währungsgebiets auf dem Sekundärmarkt unbegrenzt aufkaufen kann. Das Programm wurde am 6. September 2012 vom EZB-Rat beschlossen und löste das bis dahin geltende Securities Markets Programme (SMP) ab. Obwohl das Programm rechtlich existiert, wurde es bis heute (Stand: Mai 2026) noch nie aktiviert. Bereits die bloße Ankündigung durch EZB-Präsident Mario Draghi im Sommer 2012 mit dem Satz "whatever it takes" zeigte deutliche Wirkung auf die Finanzmärkte und führte zu sinkenden Renditeaufschlägen bei Staatsanleihen von Krisenstaaten.

 

Vorkommen und Verwendung

OMT ist ein geldpolitisches Instrument, das ausschließlich unter strikten Voraussetzungen aktiviert werden kann:

  • Ein Mitgliedstaat muss ein makroökonomisches Anpassungsprogramm der Europäischen Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF) oder des Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) durchlaufen
  • Strikte Konditionalität und Einhaltung der Programmauflagen sind zwingend erforderlich
  • Die Ankäufe konzentrieren sich auf Staatsanleihen mit Restlaufzeiten von einem bis zu drei Jahren
  • Es gibt keine vorab festgelegte Obergrenze für das Ankaufsvolumen
  • Die Liquiditätsbereitstellung wird vollständig sterilisiert, um inflationäre Effekte zu vermeiden

Der EZB-Rat entscheidet nach gründlicher Bewertung allein über Beginn, Fortsetzung und Beendigung von OMT‑Ankäufen. Die EZB akzeptiert bei durch OMT erworbenen Anleihen keinen bevorzugten Gläubigerstatus (pari passu) und behandelt sich also wie andere Gläubiger im Falle eines Zahlungsausfalls.

 

Relevanz

Das OMT-Programm dient vorrangig der Sicherstellung einer ordnungsgemäßen geldpolitischen Transmission und der Einheitlichkeit der Geldpolitik im Euroraum. Während der Euro-Schuldenkrise war der geldpolitische Transmissionsmechanismus in mehreren Mitgliedstaaten gestört, sodass Leitzinsänderungen der EZB nicht mehr gleichmäßig im gesamten Euroraum wirkten. Durch überhöhte Risikoaufschläge auf Staatsanleihen einzelner Länder entstanden Fragmentierungen auf den Anleihemärkten, die den geldpolitischen Handlungsspielraum der EZB einschränkten. Die Ankündigung des OMT-Programms bewirkte eine sofortige Beruhigung der Märkte und trug maßgeblich zur Stabilisierung der Eurozone bei, ohne dass tatsächliche Ankäufe erforderlich wurden.

 

Beispiel/Synonyme oder verwandte Begriffe

  • Synonym: geldpolitische Outright-Geschäfte
  • Verwandte Begriffe:
    • SMP (Securities Markets Programme), Vorgängerprogramm der OMT
    • EAPP (Expanded Asset Purchase Programme), anders ausgerichtetes Ankaufprogramm der EZB
    • ESM (Europäischer Stabilitätsmechanismus)
    • EFSF (Europäische Finanzstabilisierungsfazilität)
    • Konditionalität, zentrale Voraussetzung für OMT-Aktivierung

 

Weitere Informationen

Das OMT-Programm war Gegenstand intensiver rechtlicher Prüfungen. Das Bundesverfassungsgericht legte die Frage der Vereinbarkeit mit EU-Verträgen dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) vor. Der EuGH bestätigte 2015 die Rechtmäßigkeit, das Bundesverfassungsgericht folgte dieser Einschätzung 2016 unter Auflagen.

 

Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de

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