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Other Financial Intermediaries (OFI)

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Definition des Begriffs

OFI bezeichnet Other Financial Intermediaries, auf Deutsch sonstige Finanzintermediäre, als statistische Kategorie für Finanzunternehmen außerhalb der klassischen monetären Finanzinstitute, Versicherungen und Pensionseinrichtungen. Der Begriff wird vor allem in Finanzierungsrechnungen, Bankenstatistiken und Analysen zur Nichtbanken-Finanzintermediation verwendet. Er dient dazu, Kreditvermittlung, Finanzierung und Marktaktivitäten außerhalb des Bankensektors sichtbar zu machen.

 

Vorkommen und Verwendung

OFI-Daten werden von Zentralbanken, Statistikämtern und Aufsichtsbehörden erhoben und ausgewertet. Diese betreffen Finanzgesellschaften, die Finanzintermediation betreiben, aber nicht als Kreditinstitute im engeren Sinne geführt werden. Typische Untergruppen sind:

  • Kreditgeber, Leasing- und Factoringgesellschaften, die Finanzierungen bereitstellen.
  • Verbriefungszweckgesellschaften und Wertpapierhändler, die Forderungen oder Finanzinstrumente bündeln, halten oder handeln.
  • Finanzvehikel, die Kredite, Beteiligungen oder andere finanzielle Vermögenswerte verwalten.

Die konkrete Abgrenzung richtet sich nach dem statistischen Rahmen, insbesondere dem Europäischen System Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen. Im Meldewesen erscheinen OFI häufig als eigener Gegenparteisektor. Dadurch lassen sich Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen Banken, Investmentfonds, öffentlichen Stellen, Unternehmen und Haushalten genauer zuordnen. Die Daten unterstützen Zeitreihenanalysen und Vergleiche zwischen Mitgliedstaaten, auch wenn einzelne nationale Geschäftsmodelle unterschiedlich bezeichnet und statistisch harmonisiert werden.

 

Relevanz

OFI ist für die Finanzmarktanalyse bedeutsam, weil Risiken und Liquiditätsverflechtungen nicht allein im Bankensektor entstehen. Sonstige Finanzintermediäre können Kreditwachstum, Schattenbankaktivitäten, Verbriefungen und Marktliquidität beeinflussen. Für Aufsicht und Finanzstabilität ist die Kategorie relevant, wenn Hebelfinanzierung, Fristentransformation oder starke Verbindungen zu Banken bestehen. Analysen zu OFI ergänzen daher MFI-Statistiken und makroprudenzielle Überwachungsrahmen.

 

Beispiel/Synonyme oder verwandte Begriffe

  • Sonstige Finanzintermediäre: deutsche Entsprechung für Other Financial Intermediaries.
  • NBFI: Non-Bank Financial Intermediation, Oberbegriff für Finanzintermediation außerhalb des Bankensektors.
  • MFI: Monetary Financial Institutions, Vergleichsgruppe aus Zentralbanken, Kreditinstituten und Geldmarktfonds.
  • S. 125: Teilsektor sonstige Finanzintermediäre ohne Versicherungen und Alterssicherungssysteme in der europäischen Sektorklassifikation.

 

Weitere Informationen

Die rechtliche und methodische Einordnung stützt sich auf statistische Regelwerke wie das Europäische System Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen, die Verordnungen zur Finanzierungsrechnung und einschlägige Datenerhebungen des Eurosystems. Im Mittelpunkt stehen Bilanzpositionen, Kreditbestände, Wertpapierbestände und sektorale Gegenparteien. OFI-Statistiken werden laufend weiterentwickelt, da neue Finanzierungsformen, Zweckgesellschaften und kapitalmarktbasierte Kreditkanäle entstehen. Für Institute, Anleger und Behörden liefern sie Hinweise auf Konzentrationen, Ansteckungskanäle und Veränderungen der Finanzierungsstruktur im Finanzmarkt.

 

 

Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de

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