Feedback

Österreichische Nationalbank (OeNB)

zur Glossar-Übersicht

 

Definition des Begriffs

Die Österreichische Nationalbank, kurz OeNB, ist die Zentralbank der Republik Österreich mit Sitz in Wien. Sie wurde 1816 als privilegierte österreichische National-Bank gegründet und ist heute eine Aktiengesellschaft mit besonderem öffentlichen Auftrag. Ihre rechtliche Grundlage bildet insbesondere das Nationalbankgesetz 1984. Die OeNB ist Teil des Europäischen Systems der Zentralbanken und des Eurosystems, das die Geldpolitik für den Euroraum festlegt und umsetzt. Als nationale Zentralbank handelt sie im Rahmen unionsrechtlicher Vorgaben und ist bei der Wahrnehmung geldpolitischer Aufgaben unabhängig. Ihr Grundkapital steht im Eigentum des Bundes.

 

Aufgaben

Die OeNB erfüllt zentrale Aufgaben der Geld-, Finanzmarkt- und Zahlungsverkehrsinfrastruktur. Die Aufgaben verbinden operative Tätigkeiten mit analytischer Beratung für Finanzmarktpolitik und Aufsicht. Dazu zählen:

  • Mitwirkung an der einheitlichen Geldpolitik des Eurosystems
  • Bargeldversorgung und Sicherung der Umlauffähigkeit von Euro-Banknoten und Münzen
  • Analyse der österreichischen Volkswirtschaft und der Finanzmarktstabilität
  • Verwaltung von Währungsreserven und Durchführung geldpolitischer Operationen
  • Betrieb und Überwachung sicherer Zahlungs- und Wertpapierabwicklungssysteme

 

Zuständigkeiten

Die Zuständigkeiten betreffen insbesondere Bankenaufsicht, Statistik, Zahlungsverkehr, Bargeld, Finanzbildung und makroprudenzielle Analysen. In der Bankenaufsicht arbeitet die OeNB eng mit der Finanzmarktaufsicht zusammen. Sie erstellt Prüfungsberichte, Risikoanalysen und Gutachten, während hoheitliche Bescheide grundsätzlich von der zuständigen Aufsichtsbehörde erlassen werden. Für die Erhebung bankaufsichtlicher und geldpolitischer Daten betreibt sie Meldesysteme und veröffentlicht statistische Ergebnisse.

 

Relevanz

Die OeNB ist für Österreichs Einbindung in die europäische Geldordnung maßgeblich. Sie bringt nationale Analysen in die Beschlussprozesse des Eurosystems ein und unterstützt die Umsetzung geldpolitischer Entscheidungen. Ihre Analysen fließen in Stabilitätsberichte, Konjunkturprognosen und europäische Risikobewertungen ein. Für den Finanzmarkt schafft dies eine verlässliche Datenbasis und klare operative Schnittstellen. Für Kreditinstitute, Zahlungsdienstleister und Finanzmarktinfrastrukturen ist sie ein wichtiger Ansprechpartner bei Meldewesen, Aufsicht, Bargeldlogistik und Systemstabilität.

 

Besonderheiten

Charakteristisch ist die Doppelrolle als nationale Zentralbank und Bestandteil des Eurosystems. Seit Einführung des Euro entscheidet die OeNB nicht mehr eigenständig über eine nationale Währungspolitik, sondern wirkt an der gemeinsamen Geldpolitik mit. Die Leitung besteht aus einem Direktorium; daneben bestehen Generalrat und weitere gesetzlich vorgesehene Organe. Weitere Besonderheiten sind:

  • institutionelle Unabhängigkeit bei geldpolitischen Aufgaben
  • gesetzlich geregelte Zusammenarbeit mit europäischen und österreichischen Behörden
  • Verantwortung für hochwertige Finanzstatistiken
  • Beteiligung an internationalen Zentralbankgremien und Finanzstabilitätsforen

 

 

Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de

Passwort zurücksetzen

Bitte geben Sie Ihre E-Mail-Adresse an. Wir senden Ihnen eine E-Mail zum Zurücksetzen Ihres Passwortes.


Abbrechen