Definition des Begriffs
ODRG steht für OTC Derivatives Regulators Group. Der Begriff bezeichnet ein internationales Koordinierungsverfahren von Aufsichtsbehörden und Regulierern für außerbörslich gehandelte Derivate. Die Gruppe entstand 2011 im Umfeld der G20-Reformen nach der Finanzkrise. Zweck ist die Abstimmung grenzüberschreitender Umsetzungsfragen bei zentralem Clearing, Handelsplatznutzung, Meldung an Transaktionsregister, Risikominderungstechniken und Marginanforderungen für nicht zentral geclearte OTC-Derivate. Eine eigene gesetzliche Rechtsgrundlage besitzt die ODRG nicht. Ihre Verankerung ergibt sich aus internationalen Reformmandaten, insbesondere den G20-Beschlüssen zu OTC-Derivaten, sowie aus der Zusammenarbeit nationaler und regionaler Aufsichtsbehörden.
Vorkommen und Verwendung
Die ODRG wird im Zusammenhang mit globalen Derivatemarktreformen, Anerkennungsfragen und Konflikten zwischen verschiedenen Rechtsordnungen verwendet. Beteiligte Behörden stammen aus wichtigen Derivatemärkten, etwa den Vereinigten Staaten, der Europäischen Union, dem Vereinigten Königreich, Japan, Hongkong, Singapur, Australien, Kanada, Brasilien und der Schweiz.
Typische Prüffelder sind:
Die Arbeit erfolgt vor allem durch Berichte, gemeinsame Verständigungen und fachliche Abstimmung zwischen Behörden.
Relevanz
Die ODRG ist relevant, weil OTC-Derivatemärkte global verflochten sind und einzelne Geschäfte häufig mehrere Rechtsordnungen berühren. Ohne Koordination können doppelte Pflichten, Regelungslücken oder widersprüchliche Anforderungen entstehen. Für Banken, Wertpapierfirmen, zentrale Gegenparteien, Handelsplätze, Transaktionsregister und große Endnutzer beeinflussen die Abstimmungen die praktische Anwendung von Clearing, Reporting, Margin und Risikominderung. Rechtlich bindend sind ODRG-Ergebnisse nicht. Bedeutung entsteht durch ihre Funktion als Forum für regulatorische Konvergenz und für die Lösung grenzüberschreitender Umsetzungsprobleme.
Beispiel / Synonyme oder verwandte Begriffe
Weitere Informationen
Die ODRG steht in Verbindung mit Arbeiten des Financial Stability Board, der IOSCO, des Basler Ausschusses und nationaler Aufsichtsbehörden. Verknüpfte Regelwerke sind unter anderem EMIR, Dodd-Frank, Marginstandards für nicht zentral geclearte Derivate und internationale Prinzipien für Finanzmarktinfrastrukturen.
Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de
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