Definition des Begriffs
OCP steht für Other CRA Products, auf Deutsch sonstige Produkte von Ratingagenturen. Der Begriff umfasst kreditbezogene Analysen, Einschätzungen, Datenprodukte oder Instrumente, die von Credit-Rating-Agencies bereitgestellt werden, aber nicht zwingend als aufsichtsrechtlich regulierte Kreditratings gelten. OCP dienen der Beurteilung von Kreditwürdigkeit, Ausfallwahrscheinlichkeit, relativer Bonität oder kreditbezogenen Risiken. Die Einordnung hängt vom Inhalt, vom Adressatenkreis und von der Verwendung ab. Maßgeblich ist die Abgrenzung zum Kreditrating nach der europäischen Ratingverordnung, insbesondere zur öffentlich bekannt gegebenen oder an Abonnenten verteilten Bonitätsmeinung nach einer festgelegten Methodik.
Vorkommen und Verwendung
OCP kommen bei Ratingagenturen, Banken, Versicherern, Investmentgesellschaften, Emittenten und Datenanbietern vor. Sie werden zur Ergänzung interner Kreditprozesse, zur Portfoliosteuerung, zur Marktanalyse und im Risikomanagement genutzt. Typische Anwendungsfelder sind:
Relevanz
Die Relevanz von OCP liegt in ihrer Nähe zu Kreditratings. Marktteilnehmer können solche Produkte für Anlageentscheidungen, Kreditlimits, Due-Diligence-Prüfungen und regulatorische Einschätzungen verwenden. Dadurch entstehen Anforderungen an Transparenz, Interessenkonflikte, Datenqualität und klare Produktkennzeichnung. Besonders wichtig ist die Trennung zwischen OCP und Kreditrating, weil ein als Rating wirkendes Produkt nicht durch eine andere Bezeichnung regulatorischen Pflichten entzogen werden darf. Für Institute betrifft dies vor allem Governance, Dokumentation und die Plausibilisierung externer Informationen.
Beispiel / Synonyme oder verwandte Begriffe
Weitere Informationen
Weitere Informationen betreffen vor allem die Abgrenzungsprüfung im Einzelfall. In der Europäischen Union bilden die Ratingverordnung und die Aufsicht über registrierte Ratingagenturen den Rahmen. Relevante Bezugspunkte sind Definitionen von Kreditratings, Organisationspflichten, Regeln zu Interessenkonflikten, Vorgaben für Methodiken und Offenlegungspflichten. Die Aufsicht achtet darauf, dass Produktbezeichnungen, Vertriebswege und Nutzungszwecke nicht zu Umgehungen führen. Für Anwender bleibt entscheidend, ob ein OCP lediglich ergänzende Informationen liefert oder funktional eine Bonitätsmeinung ersetzt.
Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de
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