Definition des Begriffs
NMD steht für Non-Maturing Deposits, deutsch Einlagen ohne feste Laufzeit. Der Begriff bezeichnet Kundeneinlagen, die vertraglich täglich fällig oder ohne bestimmten Rückzahlungstermin ausgestaltet sind. Im Risikomanagement steht NMD zugleich für ein Modellierungsverfahren, mit dem Institute das erwartete Kundenverhalten, die Zinsanpassung und die wirtschaftliche Bindungsdauer solcher Einlagen abbilden. Die Einordnung erfolgt vor allem im Rahmen des Zinsänderungsrisikos im Anlagebuch, also des Risikos, dass Zinsänderungen den Barwert oder den Nettozinsertrag eines Instituts beeinflussen. In Europa ist die Behandlung von NMD in Vorgaben zu Zinsänderungsrisiken, internen Messsystemen und aufsichtlichen Überprüfungen verankert.
Vorkommen und Verwendung
NMD kommen vor allem bei Sicht-, Tagesgeld- und Giroeinlagen von Privatkunden, nichtfinanziellen Unternehmen und bestimmten operativen Kundengeldern vor. Sie werden durch Banken im Asset-Liability-Management, in der Liquiditätssteuerung und in IRRBB-Modellen verwendet. Typische Prüffelder sind:
Relevanz
Die Modellierung von NMD ist für Institute wesentlich, weil kleine Änderungen der angenommenen Laufzeit oder Zinsbindung erhebliche Auswirkungen auf Barwert, Ertragsplanung und Absicherungsstrategien haben können. Längere angenommene Bindungsdauern können Einlagen als stabile Refinanzierungsquelle erscheinen lassen, erhöhen aber die Sensitivität gegenüber fehlerhaften Verhaltensannahmen. Aufsichtliche Bewertungen können zu Modellanpassungen, zusätzlichen Limiten, Kapitalaufschlägen im Säule-2-Rahmen oder intensiverer Überwachung führen. Eng verbunden sind ICAAP, SREP und Liquiditätsrisikomanagement.
Beispiel/Synonyme oder verwandte Begriffe
Weitere Informationen
Für interne Modelle sind nachvollziehbare Datenquellen, dokumentierte Annahmen, regelmäßige Modellvalidierungen und unabhängige Kontrollen erforderlich. Institute berücksichtigen dabei Kundensegmente, Kontoprodukte, Währungen, digitale Vertriebskanäle, Einlagensicherung und Marktstress. Die europäische Praxis sieht für bestimmte NMD-Portfolios eine vorsichtige Begrenzung der durchschnittlichen verhaltensbezogenen Zinsanpassung vor, regelmäßig mit besonderer Aufmerksamkeit für Fünfjahresgrenzen. Die zuständigen Aufsichtsbehörden beurteilen, ob die Annahmen plausibel, konsistent und mit Geschäftsmodell sowie Risikoprofil vereinbar sind.
Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de
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