Definition des Begriffs
NBFI steht für Non-Bank Financial Intermediation, auf Deutsch nichtbankliche Finanzintermediation. Der Begriff bezeichnet Finanzierungs- und Anlageaktivitäten außerhalb des klassischen Bankensektors. Dazu zählen Marktteilnehmer, die Kredit-, Liquiditäts-, Fristen- oder Risikotransformation übernehmen, ohne selbst als Einlagenkreditinstitut zu gelten. NBFI ist kein einzelnes Prüfverfahren, wird aber in Aufsicht, Finanzstabilitätsanalyse und Regulierung als strukturierendes Verfahren zur Erfassung nichtbanklicher Finanzierungsströme verwendet. Der Begriff ersetzte in vielen internationalen Rahmenwerken die frühere Bezeichnung Schattenbankwesen, da diese zu unscharf und wertend war.
Vorkommen und Verwendung
NBFI wird vor allem in der makroprudenziellen Aufsicht, der Kapitalmarktaufsicht und der Risikoanalyse verwendet. Zentralbanken, Finanzaufsichtsbehörden und internationale Gremien untersuchen regelmäßig, wie nichtbankliche Finanzintermediäre Finanzierung bereitstellen und Risiken weitergeben. Die Abgrenzung erfolgt funktional. Entscheidend ist nicht die Rechtsform, sondern ob bankähnliche Intermediation außerhalb einer Bankbilanz entsteht.
Typische Bereiche sind:
Die Analyse erfolgt meist jährlich oder anlassbezogen. Sie betrachtet Vermögenswerte, Verschuldung, Liquiditätsprofile, Verflechtungen mit Banken und mögliche Übertragungskanäle auf Märkte.
Relevanz
NBFI ist für die Finanzmarktstabilität relevant, weil ein erheblicher Teil der Unternehmens- und Kapitalmarktfinanzierung außerhalb von Banken stattfindet. Nichtbankliche Intermediäre können Kreditangebot, Marktliquidität und Risikostreuung verbessern. Gleichzeitig entstehen Risiken durch hohe Hebelung, kurzfristige Refinanzierung, illiquide Vermögenswerte oder gleichgerichtete Verkäufe in Stressphasen. Solche Effekte können Preisschwankungen verstärken und Liquidität in angespannten Märkten verringern.
Für beaufsichtigte Unternehmen wirkt NBFI über Meldepflichten, Stresstests, Liquiditätsmanagement, Sicherheitensteuerung und Vorgaben zur Risikobegrenzung. Verknüpfungen bestehen zu Geldmarktfondsregulierung, AIFMD, OGAW-Regelwerk, EMIR, Verbriefungsregeln und makroprudenziellen Instrumenten.
Beispiel/Synonyme oder verwandte Begriffe
Weitere Informationen
Relevante Bezugspunkte sind internationale Finanzstabilitätsberichte, europäische Kapitalmarktregeln und nationale Aufsichtsdaten. Die Einordnung hängt vom Geschäftsmodell, der Finanzierung, den Vermögenswerten und der systemischen Vernetzung ab.
Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de
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