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Main Refinancing Operation (MRO)

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Definition des Begriffs

Main Refinancing Operations (MRO), auf Deutsch Hauptrefinanzierungsgeschäfte, sind liquiditätszuführende geldpolitische Operationen der Europäischen Zentralbank (EZB) im Rahmen ihrer Offenmarktgeschäfte. Sie stellen das wichtigste geldpolitische Steuerungsinstrument des Eurosystems zur Verwaltung des Geldmarkts dar. MRO-Geschäfte werden wöchentlich als Standardtender durchgeführt und haben eine Laufzeit von einer Woche. Über diese Operationen können sich Kreditinstitute bei der EZB refinanzieren, indem sie gegen Stellung von Sicherheiten Liquidität erhalten. Der für diese Geschäfte geltende Zinssatz wird als MRO-Satz oder Hauptrefinanzierungssatz bezeichnet und ist einer der drei Leitzinsen der EZB. Er dient als zentraler Referenzzinssatz für das Zinsniveau im Euroraum und beeinflusst damit die Kreditvergabe an Unternehmen und Haushalte.

 

Vorkommen und Verwendung

MRO-Geschäfte finden regelmäßig statt und werden dezentral durch die nationalen Zentralbanken des Eurosystems durchgeführt, in Deutschland durch die Deutsche Bundesbank. Die Operationen werden nach einem im Voraus veröffentlichten Tenderkalender abgewickelt.

Der typische Ablauf einer MRO-Operation gestaltet sich wie folgt:

  • Ankündigung des Tenders: am Vortag um 15:40 Uhr
  • Gebotsabgabe: bis 9:30 Uhr am Geschäftstag
  • Bekanntgabe der Zuteilungsergebnisse: um 11:30 Uhr
  • Valutierung: noch am selben Tag
  • Fälligkeit: nach sieben Tagen

Die Geschäfte werden als Mengentender oder Zinstender durchgeführt. Alle Kreditinstitute, die die allgemeinen Zulassungskriterien erfüllen, können Gebote einreichen. Als Sicherheiten sind alle Vermögenswerte zugelassen, die im einheitlichen Sicherheitenrahmen des Eurosystems enthalten sind.

 

Relevanz

MRO-Geschäfte sind das zentrale Instrument zur Steuerung der kurzfristigen Zinsen und zur Versorgung des Bankensystems mit Liquidität. Der MRO-Zinssatz beeinflusst direkt die Finanzierungskosten von Banken und wirkt sich über die Kreditvergabe auf die Realwirtschaft aus. Er ist damit ein wesentlicher Transmissionskanal der Geldpolitik. Zusammen mit der Spitzenrefinanzierungsfazilität und der Einlagefazilität bildet der MRO-Satz den Zinskorridor, in dem sich die Geldmarktzinsen bewegen. Die regelmäßige Durchführung dieser Operationen gewährleistet die Umsetzung der vom EZB-Rat beschlossenen geldpolitischen Ausrichtung und trägt zur Preisstabilität im Euroraum bei.

 

Verwandte Begriffe

  • LTRO (Longer-term Refinancing Operations), längerfristige Refinanzierungsgeschäfte mit dreimonatiger Laufzeit
  • TLTRO (Targeted Longer-term Refinancing Operations), gezielte längerfristige Refinanzierungsgeschäfte zur Förderung der Kreditvergabe
  • Spitzenrefinanzierungsfazilität, Übernachtkredite zu einem höheren Zinssatz
  • Einlagefazilität, Übernachteinlagen bei der EZB
  • Offenmarktgeschäfte, Oberbegriff für geldpolitische Operationen der Zentralbank
  • Leitzinsen, die drei von der EZB festgelegten Referenzzinssätze

 

Weitere Informationen

Rechtsgrundlagen sind Artikel 18 der ESZB-Satzung sowie die Leitlinie EZB/2014/60 über geldpolitische Instrumente und Verfahren des Eurosystems. Beteiligte Institutionen sind die Europäische Zentralbank sowie die nationalen Zentralbanken des Eurosystems, in Deutschland die Deutsche Bundesbank. Verknüpfte Regelwerke sind die Mindestreserveregelungen, der Sicherheitenrahmen des Eurosystems sowie die Vorschriften zu zugelassenen Geschäftspartnern.

 

Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de

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