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Margin Period of Risk (MPOR)

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Definition des Begriffs

MPOR steht für Margin Period of Risk, auf Deutsch Margenrisikoperiode oder Liquidationsperiode. Der Begriff bezeichnet ein Verfahren zur Festlegung des Zeitraums, in dem eine besicherte Derivateposition nach dem Ausfall einer Gegenpartei nicht mehr durch neue Sicherheitenzuflüsse geschützt ist und geschlossen, ersetzt oder abgesichert werden muss. MPOR ist damit ein Parameter der Messung des Gegenparteiausfallrisikos. Rechtlich ist der Begriff im europäischen Bankenaufsichtsrecht, insbesondere in der Capital Requirements Regulation, und in internationalen Basel-Vorgaben zur Gegenparteirisikomessung verankert. Er steht in engem Zusammenhang mit Netting Sets, Besicherungsvereinbarungen, Variation Margin und Initial Margin.

 

Vorkommen und Verwendung

MPOR wird von Banken, Wertpapierfirmen, zentralen Gegenparteien und Risikomodellierungsfunktionen verwendet. Die Größe fließt in interne Modelle, Standardansätze für Gegenparteiausfallrisiken, Marginmodelle und Stresstests ein. Sie gilt typischerweise je Netting Set, also für eine vertraglich zusammengefasste Gruppe von Geschäften mit einer Gegenpartei.

Kernbereiche sind:

  • tägliche oder periodische Neubewertung besicherter Derivate
  • Berechnung potenzieller Wiederbeschaffungskosten während der Liquidationsphase
  • Festlegung von Initial Margin und Sicherheitenanforderungen
  • Prüfung von Rechtsdurchsetzbarkeit, Liquidität der Sicherheiten und operativer Abwicklung
  • Berücksichtigung erhöhter Fristen bei Streitfällen, illiquiden Positionen oder großer Geschäftsanzahl

 

Relevanz

MPOR beeinflusst die Höhe der modellierten Exponierung und damit Kapitalanforderungen, Risikolimite und Sicherheitenbedarf. Eine längere Margenrisikoperiode erhöht regelmäßig das potenzielle Exposure, weil Marktwerte während eines längeren Schließungszeitraums stärker schwanken können. Für Institute ist MPOR deshalb relevant für Pricing, Collateral Management, Treasury, Risikocontrolling und regulatorisches Meldewesen. Für zentrale Gegenparteien ist der Parameter wesentlich, um Ausfallfonds, Marginanforderungen und Default-Management-Prozesse angemessen zu kalibrieren.

 

Beispiel/Synonyme oder verwandte Begriffe

  • Margenrisikoperiode: deutsche Übersetzung von MPOR
  • Liquidationsperiode: Zeitraum zur Glattstellung oder Übertragung einer Position
  • Netting Set: rechtlich wirksame Verrechnungseinheit mehrerer Geschäfte
  • Initial Margin: vorab gestellte Sicherheit gegen künftige Wertschwankungen
  • Variation Margin: laufender Ausgleich aktueller Marktwertänderungen

 

Weitere Informationen

Wichtige Rechtsbezüge sind die Capital Requirements Regulation, insbesondere Artikel 285 zu Margenrisikoperioden bei internen Modellen, sowie die Basel Standards zum Gegenparteiausfallrisiko. Für täglich nachbesicherte Derivate werden häufig Mindestzeiträume von mehreren Geschäftstagen angewendet. Bei illiquiden Sicherheiten, komplexen Netting-Sets oder fehlgeschlagenen Nachschussprozessen können längere Perioden erforderlich sein. Die konkrete MPOR hängt von Produkt, Marktliquidität, Besicherungsfrequenz, Streitbeilegung und Abwicklungsfähigkeit ab.

 

 

Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de

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