Definition des Begriffs
MMF steht für Money Market Fund, auf Deutsch Geldmarktfonds. Der Begriff bezeichnet einen Investmentfonds, der überwiegend in kurzfristige, liquide und qualitativ hochwertige Geldmarktinstrumente investiert. Dazu zählen etwa Schatzwechsel, Commercial Paper, Einlagen, Repo-Geschäfte und kurzlaufende Anleihen. Ziel ist ein hoher Liquiditätsgrad bei begrenztem Zins-, Kredit- und Marktrisiko. MMFs dienen nicht als Bankeinlagen und unterliegen keinem Einlagensicherungssystem. In der Europäischen Union sind sie durch die Geldmarktfondsverordnung, Verordnung (EU) 2017/1131, geregelt. Sie ergänzt allgemeine Vorgaben für Organismen für gemeinsame Anlagen und das Risikomanagement von Verwaltungsgesellschaften.
Vorkommen und Verwendung
MMFs werden von Unternehmen, Banken, Versicherern, Pensionseinrichtungen, öffentlichen Stellen und institutionellen Anlegern zur kurzfristigen Liquiditätsanlage genutzt. Sie kommen auch im Cash-Management von Konzernen und Fondsstrukturen vor. Die Verwendung richtet sich nach Anlagepolitik, Laufzeitprofil, Währung und Anteilsklassen. Wichtige Ausprägungen sind:
Relevanz
MMFs sind relevant, weil sie kurzfristige Finanzierung zwischen Anlegern, Emittenten und Geldmärkten vermitteln. Für Anleger bieten sie eine diversifizierte Alternative zur Einzelanlage in Geldmarktinstrumente. Für Emittenten können sie eine wichtige Nachfragequelle für kurzfristige Refinanzierung darstellen. Gleichzeitig können starke Rückgaben in Stressphasen Liquiditätsdruck erzeugen. Daher sind Liquiditätsquoten, Diversifikationsgrenzen, Stresstests, Transparenz und Rückgabemanagement zentral. Aufsicht und Marktteilnehmer betrachten MMFs eng im Zusammenhang mit Geldmarktstabilität, Schattenbankaktivitäten und systemischen Liquiditätsrisiken.
Beispiel/Synonyme oder verwandte Begriffe
Ein Beispiel ist ein Fonds, der täglich rückgabefähige Anteile ausgibt und in sehr kurzlaufende Staatsanleihen, Bankeinlagen und besicherte Geldmarktgeschäfte investiert. Verwandte Begriffe sind:
Weitere Informationen
Weitere Informationen betreffen insbesondere Artikel 4 bis 24 der Geldmarktfondsverordnung zu Zulassung, Anlagegrenzen, Laufzeitvorgaben, Kreditqualität, Liquidität und Bewertung. Hinzu kommen Offenlegungspflichten, Meldungen an Aufsichtsbehörden und Anforderungen an interne Stresstests. Bei grenzüberschreitender Nutzung sind nationale Aufsichtspraxis, Fondsdomizil, Währung und steuerliche Behandlung zu berücksichtigen.
Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de
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