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Maximum Distributable Amount (MDA)

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Definition des Begriffs

MDA steht für Maximum Distributable Amount, auf Deutsch maximal ausschüttungsfähiger Betrag. Der Begriff bezeichnet ein aufsichtsrechtliches Verfahren zur Begrenzung von Ausschüttungen, wenn ein Institut bestimmte Kapitalpufferanforderungen nicht vollständig erfüllt. Ausgelöst wird die MDA-Berechnung insbesondere bei einer Unterschreitung der kombinierten Kapitalpufferanforderung. Diese umfasst unter anderem Kapitalerhaltungspuffer, antizyklische Kapitalpuffer, Systemrisikopuffer und Puffer für global oder anderweitig systemrelevante Institute. Rechtlich ist MDA im europäischen Bankenaufsichtsrecht verankert, insbesondere in der Capital Requirements Directive. Das Verfahren ergänzt die Eigenmittelanforderungen der Capital Requirements Regulation und soll Kapital im Institut halten, solange die Kapitalausstattung unter dem geforderten Pufferziel liegt.

 

Vorkommen und Verwendung

MDA wird von Banken und bestimmten Wertpapierinstituten angewendet, wenn Kapitalquoten in den Bereich der aufsichtlich vorgesehenen Puffer fallen. Die Berechnung erfolgt anlassbezogen und ist mit der Kapitalplanung, Gewinnverwendung, Vergütungspolitik und Investor Relations verbunden. Zuständige Aufsichtsbehörden prüfen, ob Ausschüttungsbeschränkungen korrekt erkannt, berechnet und umgesetzt werden.

Typische Anwendungsfelder sind:

  • Dividenden und sonstige Gewinnausschüttungen
  • Rückkäufe eigener Kapitalinstrumente
  • variable Vergütung und Ermessensleistungen aus Altersversorgung
  • Kuponzahlungen auf Additional Tier 1 Instrumente
  • Kapitalerhaltungsplan bei Pufferunterschreitung

 

Relevanz

MDA ist für Institute relevant, weil eine Pufferunterschreitung unmittelbare Beschränkungen für Ausschüttungen auslösen kann. Dadurch können Dividendenfähigkeit, Vergütungsentscheidungen und Zahlungen auf nachrangige Kapitalinstrumente betroffen sein. Für Kapitalmarktinvestoren ist MDA wichtig, weil insbesondere AT1 Cupons rechtlich ausfallen können, ohne dass dadurch ein Ausfallereignis im klassischen Sinn vorliegt. Für Aufsichtsbehörden schafft das Verfahren einen automatischen Kapitalerhaltungsmechanismus. Es stärkt die Verlustabsorptionsfähigkeit und setzt Anreize, Kapitalpuffer nach einer Belastung wieder aufzubauen.

 

Beispiel / Synonyme oder verwandte Begriffe

  • Maximal ausschüttungsfähiger Betrag: deutsche Übersetzung von MDA
  • Combined Buffer Requirement: kombinierte Kapitalpufferanforderung
  • CET1: hartes Kernkapital als zentrale Bezugsgröße
  • AT1: zusätzliches Kernkapital mit möglichen Kuponbeschränkungen
  • Capital Conservation Plan: Kapitalerhaltungsplan zur Wiederherstellung der Puffer

 

Weitere Informationen

Zentrale Rechtsgrundlage ist Artikel 141 der Capital Requirements Directive zu Ausschüttungsbeschränkungen bei Nichterfüllung der kombinierten Kapitalpufferanforderung. Ergänzend relevant sind Vorgaben zu Kapitalpuffern, Säule 1, Säule 2 Anforderungen und aufsichtlichen Kapitalempfehlungen. Die Europäische Bankenaufsichtsbehörde befasste sich mit Auslöser, Berechnung und Transparenz der MDA-Regeln. In der Praxis erfordert MDA klare Governance, aktuelle Kapitalprojektionen, belastbare Daten und dokumentierte Entscheidungsprozesse.

 

 

Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de

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