Feedback

Loan to Value (LTV)

zur Glossar-Übersicht

 

Definition des Begriffs

LTV steht für Loan-to-Value, deutsch Kredit-zu-Wert-Verhältnis. Der Begriff bezeichnet ein Kennzahlenverfahren zur Beurteilung des Verhältnisses zwischen einem Kreditbetrag und dem Wert der finanzierten oder besicherten Immobilie. Die Kennzahl wird meist in Prozent angegeben. Ein LTV von 80 Prozent bedeutet, dass der Kredit 80 Prozent des angesetzten Immobilienwerts abdeckt. Der verbleibende Anteil wird regelmäßig durch Eigenmittel, zusätzliche Sicherheiten oder nachrangige Finanzierungen gedeckt. Im Finanzmarkt dient LTV der Kreditrisikosteuerung, der Immobilienfinanzierung und der makroprudenziellen Überwachung.

 

Vorkommen und Verwendung

LTV wird vor allem bei Wohnimmobilienkrediten, gewerblichen Immobilienfinanzierungen und durch Immobilien besicherten Forderungen verwendet. Kreditinstitute berechnen die Kennzahl bei der Kreditvergabe und überwachen sie während der Laufzeit, wenn Marktwerte, Beleihungswerte oder Kreditstände wesentlich verändert werden. Bei Neugeschäft wird häufig der niedrigere Betrag aus Kaufpreis und Bewertungsansatz berücksichtigt, sofern interne Richtlinien dies vorsehen. Bei Bestandskrediten kann der LTV durch Tilgung sinken oder durch Preisrückgänge steigen.

Typische Verwendungsbereiche sind:

  • Kreditprüfung: Verhältnis von Finanzierungsbedarf, Eigenkapital und Sicherheitenwert.
  • Sicherheitenbewertung: Bezug zu Marktwert, Kaufpreis oder Beleihungswert.
  • Risikomanagement: Einstufung des Verlustpotenzials bei Ausfall des Kreditnehmers.
  • Aufsichtliches Meldewesen: Nutzung aggregierter LTV-Daten für Analysen von Immobilienrisiken.

 

Relevanz

Ein hoher LTV weist auf einen geringen Eigenkapitalanteil und eine höhere Abhängigkeit vom Sicherheitenwert hin. Sinkt der Immobilienwert, kann die Besicherung des Kredits schwächer werden. Dies beeinflusst Kreditentscheidungen, Konditionen, Risikovorsorge und interne Limite. Auf Portfolioebene unterstützt LTV die Beobachtung von Immobilienpreiszyklen und Verschuldungsrisiken. Die Kennzahl ist eng verbunden mit Debt-to-Income, Debt-Service-to-Income und Beleihungsgrenzen.

 

Beispiel/Synonyme oder verwandte Begriffe

Verwandte Begriffe sind:

  • Beleihungsauslauf: deutscher Fachbegriff für das Verhältnis von Darlehen zu Sicherheitenwert.
  • Loan-to-Cost: Verhältnis des Kredits zu den gesamten Projektkosten.
  • Combined Loan-to-Value: Kennzahl bei mehreren Krediten auf derselben Sicherheit.
  • Beleihungswert: vorsichtig ermittelter nachhaltiger Wert einer Immobilie.

 

Weitere Informationen

Rechtliche Bezüge ergeben sich insbesondere aus Regelwerken zur Wohnimmobilienkreditvergabe, zur Bewertung von Immobilien und zur Eigenmittelunterlegung immobilienbesicherter Risikopositionen. In der Europäischen Union sind die Wohnimmobilienkreditrichtlinie, die Eigenmittelverordnung und aufsichtliche Leitlinien zur Kreditvergabe und Kreditüberwachung relevant. Dazu zählen Artikel 18 und 19 der Wohnimmobilienkreditrichtlinie sowie Artikel 124 bis 126 der Eigenmittelverordnung. Nationale Aufsichtsbehörden können LTV-Grenzen oder vergleichbare kreditnehmerbezogene Maßnahmen als makroprudenzielle Instrumente einsetzen. Für Institute bleibt entscheidend, dass Wertansatz, Kreditbetrag, Rangstellung und Aktualisierung der Sicherheitenbewertung konsistent dokumentiert werden.

 

 

Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de

Passwort zurücksetzen

Bitte geben Sie Ihre E-Mail-Adresse an. Wir senden Ihnen eine E-Mail zum Zurücksetzen Ihres Passwortes.


Abbrechen