Definition des Begriffs
Market Loss Given Default, abgekürzt LGD_MKT, bezeichnet eine marktbasierte Verlustquote bei Ausfall einer Gegenpartei. Der Begriff beschreibt den erwarteten Verlustanteil einer Forderung oder eines Exposures, der aus beobachtbaren Marktinformationen, insbesondere Kreditspreads eines handelbaren Instruments der Gegenpartei, abgeleitet wird. LGD_MKT ist kein eigenständiger Rechtsakt, sondern ein Parameter in Verfahren zur Messung von Gegenparteiausfallrisiko und Credit Valuation Adjustment. Die rechtliche und methodische Einbettung ergibt sich aus bankaufsichtlichen Kapitalregelwerken wie CRR, Basel-Standards und internen Modellansätzen für Gegenparteiausfallrisiken. Der Parameter ergänzt klassische LGD-Schätzungen, die stärker auf historischen Ausfällen, Sicherheitenverwertung und Workout-Erfahrungen beruhen.
Vorkommen und Verwendung
LGD_MKT kommt vor allem bei Derivaten, Wertpapierfinanzierungsgeschäften und anderen Positionen mit Gegenparteiausfallrisiko vor. Institute verwenden den Parameter, wenn Marktpreise oder Spreads zur Ableitung ausfallbezogener Bewertungs- und Kapitalgrößen herangezogen werden. Die Anwendung setzt geeignete Daten, nachvollziehbare Zuordnung zu Gegenparteien und konsistente Modellannahmen voraus.
Kernbereiche sind:
Relevanz
LGD_MKT ist relevant, weil marktbasierte Verlustannahmen die Bewertung von Gegenparteirisiken und daraus abgeleitete Kapital- oder Risikokennzahlen beeinflussen können. Ein höherer LGD_MKT erhöht bei sonst gleichen Annahmen den erwarteten Verlust aus einem Ausfall und kann Bewertungsabschläge, CVA-Sensitivitäten oder Risikoberichte verändern. Für Institute ist die Methodik bedeutsam, weil illiquide Märkte, sprunghafte Spreads, unterschiedliche Senioritäten und Sicherheitenstrukturen zu erheblichen Modellunsicherheiten führen können. Aufsichtliche Relevanz entsteht durch Anforderungen an Angemessenheit, Datenhistorie, konservative Schätzung, Governance und unabhängige Validierung.
Beispiel/Synonyme oder verwandte Begriffe
Weitere Informationen
Wichtige Bezugspunkte sind CRR, Basel-Rahmenwerk, interne Modellmethode für Gegenparteiausfallrisiken, CVA-Risikoregeln, Marktdatenrichtlinien und institutsinterne Validierungsstandards. LGD_MKT sollte nicht isoliert interpretiert werden. Entscheidend sind Datenquelle, Instrumentenrang, Besicherung, Währung, Laufzeit, Liquidität, Krisenkalibrierung und Konsistenz mit verwendeten Ausfallwahrscheinlichkeiten. Bei fehlenden Marktinstrumenten müssen Proxy-Methoden dokumentiert, begründet und regelmäßig überprüft werden.
Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de
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