Definition des Begriffs
Der Legal Entity Identifier (LEI, deutsch: Rechtsträgerkennung oder Kennung für juristische Personen) ist ein weltweit eindeutiger, 20-stelliger alphanumerischer Code zur Identifikation von juristischen Personen, die an Finanztransaktionen beteiligt sind. Der LEI wurde im Nachgang zur Finanzkrise 2007 bis 2008 auf Initiative der G20 im Jahr 2011 entwickelt und basiert auf dem ISO-Standard 17442. Die ersten LEIs wurden im Dezember 2012 vergeben. Der LEI ermöglicht eine klare und eindeutige Identifizierung von Rechtssubjekten auf einer global zugänglichen, kostenfrei nutzbaren Datenbank, die täglich aktualisiert wird. Zu den identifizierbaren Rechtssubjekten gehören Unternehmen, Fonds, Trusts, gemeinnützige Organisationen, Regierungsbehörden und supranationale Organisationen, nicht jedoch natürliche Personen, sofern sie nicht in geschäftlicher Eigenschaft handeln. Der LEI-Code ist mit wesentlichen Referenzdaten wie Name, registrierter Adresse, Rechtsform und Eigentümerstruktur verknüpft.
Struktur und Datenebenen
Der LEI besteht aus 20 Zeichen: Die ersten vier Zeichen identifizieren die Local Operating Unit (LOU), die den LEI vergeben hat. Die Zeichen 5 bis 18 bilden eine eindeutige alphanumerische Zeichenfolge für die Organisation. Die letzten beiden Zeichen sind Prüfziffern, berechnet nach dem MOD-97-10-Verfahren gemäß ISO/IEC 7064. Das LEI-System erfasst zwei Datenebenen: Level‑1-Daten beantworten die Frage "who is who" mit grundlegenden Referenzdaten wie Name und Adresse. Level‑2-Daten beantworten "who owns whom" und identifizieren direkte und ultimative Mutterunternehmen einer Rechtseinheit.
Governance und Verwaltung
Die Global Legal Entity Identifier Foundation (GLEIF) ist eine supranationale, gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Basel, die als operativer Arm des LEI Regulatory Oversight Committee (LEI ROC) fungiert. Das LEI ROC, eine Koalition aus Finanzaufsichtsbehörden und Zentralbanken weltweit, wurde im Januar 2013 gegründet und überwacht das globale LEI-System mit Unterstützung des Financial Stability Board (FSB) und der G20. GLEIF verwaltet den Global LEI Index, die zentrale Datenbank aller LEIs, und akkreditiert Local Operating Units (LOUs), die LEIs an Rechtsträger vergeben. Die LEI-Vergabe erfolgt durch circa 37 akkreditierte LOUs weltweit, wobei Rechtsträger frei wählen können, bei welcher LOU sie ihren LEI beantragen.
Regulatorische Bedeutung und Anwendungsbereich
Der LEI ist verpflichtend in zahlreichen EU-Verordnungen: EMIR, MiFID II/MiFIR, MAR, SFTR, CRR, AIFMD, CSDR, Solvency II, Prospectus Regulation und Transparency Directive. Ab dem 3. Januar 2018 benötigen alle juristischen Personen, die Wertpapiergeschäfte tätigen, einen LEI. Wertpapierfirmen müssen die LEIs ihrer Kunden vor Transaktionsausführung prüfen. Handelsplätze müssen LEIs der Emittenten gehandelter Finanzinstrumente erfassen. Die jährliche Verlängerung des LEI ist erforderlich, um die Datenaktualität sicherzustellen.
Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de
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