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Loss Distribution Approach (LDA)

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Definition des Begriffs

Der Loss Distribution Approach (LDA, deutsch: Verlustverteilungsansatz) ist ein quantitatives Verfahren zur Berechnung von Eigenkapitalanforderungen für operationelle Risiken im Bankensektor. LDA stellt die am weitesten verbreitete Methode innerhalb des Advanced Measurement Approach (AMA) dar, der unter Basel II und Basel III als anspruchsvollster Ansatz zur Messung operationeller Risiken entwickelt wurde. Das Verfahren basiert auf statistischen Techniken aus dem aktuariellen Bereich und dient der Modellierung potenzieller Verlustverteilungen über einen einjährigen Zeithorizont mit einem Konfidenzniveau von 99,9 Prozent.

Der LDA segmentiert operationelle Risiken in homogene Einheiten (Units of Measure, UoMs), typischerweise nach Geschäftsfeldern und Verlustart-Kategorien gemäß Basel-Definition. Für jede Einheit wird eine Gesamtverlustverteilung konstruiert, die als Grundlage für die Kapitalunterlegung dient.

 

Vorkommen und Verwendung

Der LDA wird von Banken eingesetzt, die eine Genehmigung ihrer Aufsichtsbehörde zur Nutzung des AMA erhalten haben. Die Methode kommt vorwiegend bei bedeutenden, international tätigen Kreditinstituten zum Einsatz, die über ausreichende interne Verlustdaten und analytische Ressourcen verfügen.

Das Verfahren gliedert sich in folgende Schritte:

  • Häufigkeitsverteilung (Frequency Distribution): Modellierung der Anzahl von Schadensereignissen innerhalb eines Jahres, meist mittels Poisson- oder Negativer Binomialverteilung
  • Schadenshöhenverteilung (Severity Distribution): Modellierung der Verlusthöhe einzelner Ereignisse, typischerweise unter Verwendung von Lognormal-, Weibull- oder Pareto-Verteilungen
  • Faltung (Convolution): Mathematische Kombination beider Verteilungen zur Ableitung der aggregierten jährlichen Verlustverteilung, häufig durch Monte-Carlo-Simulationen
  • Kapitalberechnung: Bestimmung des Value-at-Risk (VaR) oder Expected Shortfall auf Basis der 99,9-Perzentil-Schwelle

 

Relevanz

Der LDA ermöglicht eine risikosensitive Eigenkapitalunterlegung, die auf der tatsächlichen Verlusterfahrung der Institution basiert. Er fördert die Integration von internen Verlustdaten, externen Datenquellen, Szenarioanalysen sowie Geschäftsumfeld- und Kontrollfaktoren in ein konsistentes Rahmenwerk.

Obwohl Basel III mit der Einführung des Standardised Measurement Approach (SMA) ab 2023 den AMA und damit auch den LDA für regulatorische Zwecke weitgehend abgelöst hat, bleibt das Verfahren für die interne Risikosteuerung, ökonomische Kapitalmodelle und Stresstests bedeutsam.

 

Beispiel/Synonyme oder verwandte Begriffe

  • Synonym: Verlustverteilungsansatz
  • Verwandte Begriffe:
    • AMA (Advanced Measurement Approach), übergeordneter Ansatz zur Messung operationeller Risiken
    • SMA (Standardised Measurement Approach), Basel-III-Nachfolgeansatz für operationelle Risiken
    • VaR (Value at Risk), Risikomaß zur Quantifizierung potenzieller Verluste
    • Monte-Carlo-Simulation, häufig genutzte Technik zur Faltung von Häufigkeits- und Schadenshöhenverteilungen

 

Weitere Informationen

Rechtsgrundlagen finden sich im Basel II Framework (OPE30) sowie in den EBA Guidelines on Advanced Measurement Approaches. Zentrale Datenelemente sind interne Verlustdaten (mindestens fünf Jahre Beobachtungszeitraum), externe Verlustdatenbanken, Szenarioanalysen und qualitative Risikofaktoren.

 

Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de

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