Feedback

Loss Component (LC)

zur Glossar-Übersicht

 

Definition des Begriffs

LC, Loss Component, bezeichnet nach IFRS 17 den Verlustbestandteil der Verbindlichkeit für verbleibende Deckung einer belastenden Gruppe von Versicherungsverträgen. Eine Gruppe ist belastend, wenn die erwarteten Erfüllungs-Cashflows einschließlich Risikoanpassung die noch nicht verdiente Deckung übersteigen oder wenn spätere Änderungen zu einem erwarteten Verlust führen. Der Loss Component macht diesen Verlust sichtbar und verhindert, dass künftige Versicherungsumsätze und Aufwendungen einen bereits erfassten Verlust erneut beeinflussen.

 

Vorkommen und Verwendung

Das Konzept wird von Versicherungsunternehmen angewendet, die Versicherungsverträge nach IFRS 17 bilanzieren. Es betrifft Gruppen von Verträgen, nicht einzelne Policen als isolierte Bewertungseinheiten. Die Beurteilung erfolgt bei erstmaligem Ansatz und danach zu jedem Abschlussstichtag, soweit Annahmen, Zahlungsströme oder Risikomargen angepasst werden. Zentrale Prüffelder sind:

  1. die Identifikation belastender Gruppen nach Portfolio, Jahreskohorte und Rentabilität.
  2. die Ermittlung der Erfüllungs-Cashflows, der Risikoanpassung und der vertraglichen Servicemarge.
  3. die Fortschreibung des Loss Component während der Deckungsperiode.

 

Relevanz

Die Relevanz liegt in der periodengerechten Verlustdarstellung für Versicherungsverträge. Ein anfänglicher Verlust wird unmittelbar erfolgswirksam erfasst, während spätere Leistungen und erwartete Zahlungen zwischen Loss Component und übriger Verbindlichkeit für verbleibende Deckung aufgeteilt werden. Dadurch entstehen klarere Informationen über verlustträchtige Geschäftssegmente, Pricing, Reservierung und Kapitalsteuerung. Für Aufsicht, Abschlussadressaten und Analysten unterstützt LC die Trennung zwischen künftigem Serviceergebnis und bereits belasteten Vertragsgruppen.

 

Beispiel / Synonyme oder verwandte Begriffe

Ein Beispiel ist eine Gruppe neuer Kfz-Versicherungsverträge, bei der erwartete Schäden, Kosten und Risikoanpassung höher sind als die erwarteten Prämien. Der negative Betrag wird als Verlust erfasst und als Loss Component innerhalb der Liability for Remaining Coverage fortgeführt. Verwandte Begriffe sind:

  • Onerous Contracts, belastende Vertragsgruppen mit erwarteter Verlustposition.
  • Liability for Remaining Coverage, Verbindlichkeit für noch nicht erbrachte Versicherungsdeckung.
  • Contractual Service Margin, noch nicht verdienter Gewinn aus künftigen Versicherungsleistungen.

 

Weitere Informationen

Die maßgeblichen Regeln stehen in IFRS 17, insbesondere in den Vorschriften zu Aggregation, belastenden Gruppen, Ansatz, Folgebewertung und Darstellung. Wichtige Artikelbereiche sind die Abschnitte zu Gruppenbildung, Erfüllungs-Cashflows, vertraglicher Servicemarge und Aufteilung von Versicherungsumsatz sowie Versicherungsaufwand. Bei Anwendung des Premium Allocation Approach entsteht ein Loss Component ebenfalls, wenn eine Gruppe belastend ist oder belastend wird. Die konkrete Berechnung hängt von Modell, Annahmen, Datenqualität und interner Rechnungslegungsmethodik ab.

 

 

Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de

Passwort zurücksetzen

Bitte geben Sie Ihre E-Mail-Adresse an. Wir senden Ihnen eine E-Mail zum Zurücksetzen Ihres Passwortes.


Abbrechen