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Know Your Customer (KYC)

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Definition des Begriffs

Know Your Customer, kurz KYC, bezeichnet ein Identifizierungs- und Prüfverfahren zur Feststellung und Überprüfung von Kunden, wirtschaftlich Berechtigten und relevanten Kontrollstrukturen. KYC ist zentraler Bestandteil der Geldwäscheprävention, Terrorismusfinanzierungsbekämpfung und Sanktionskontrolle. Zweck ist es, die Identität einer Vertragspartei belastbar zu klären, Risiken vor und während einer Geschäftsbeziehung zu bewerten und auffällige Sachverhalte nachvollziehbar zu dokumentieren. Rechtlich ist KYC insbesondere in Geldwäschegesetzen, EU Geldwäschevorgaben, Aufsichtsvorgaben und internen Kontrollsystemen verankert.

 

Vorkommen und Verwendung

KYC wird von Banken, Zahlungsinstituten, Wertpapierfirmen, Versicherern, Kryptodienstleistern und weiteren Verpflichteten durchgeführt. Es gilt bei Aufnahme einer Geschäftsbeziehung, bei bestimmten Einzeltransaktionen, bei risikorelevanten Änderungen und bei Zweifeln an vorhandenen Kundendaten. Kernbereiche sind:

  • Kundenidentifizierung und Verifizierung anhand verlässlicher Dokumente oder elektronischer Verfahren.
  • Ermittlung des wirtschaftlich Berechtigten und der Eigentums- oder Kontrollstruktur.
  • Prüfung von Zweck, Art und erwarteter Nutzung der Geschäftsbeziehung.
  • Abgleich mit Sanktionslisten, politisch exponierten Personen und Risikohinweisen.
  • Laufende Überwachung von Transaktionen und Aktualisierung der Kundendaten.

 

Relevanz

KYC reduziert Rechts-, Reputations- und Geldwäscherisiken und unterstützt eine risikobasierte Kundensteuerung. Für Institute beeinflusst es Onboarding, Kontoeröffnung, Produktzugang, Monitoring, Meldewesen und mögliche Beendigungen von Geschäftsbeziehungen. Unzureichende KYC Prozesse können Aufsichtsmaßnahmen, Bußgelder, strafrechtliche Risiken und Einschränkungen im Geschäftsbetrieb auslösen. Zugleich ist KYC eine Grundlage für Customer Due Diligence, Enhanced Due Diligence und verdachtsbezogene Meldungen an Financial Intelligence Units.

 

Beispiel / Synonyme oder verwandte Begriffe

Ein typischer Fall ist die Eröffnung eines Firmenkontos. Das Institut prüft Registerdaten, Vertretungsberechtigte, wirtschaftlich Berechtigte, Geschäftszweck, Herkunft der Mittel und mögliche Sanktionsbezüge.

  • Customer Due Diligence, risikobasierte Sorgfaltsprüfung von Kunden.
  • Enhanced Due Diligence, verstärkte Prüfung bei erhöhtem Risiko.
  • Ultimate Beneficial Owner, natürliche Person mit maßgeblichem Eigentum oder Kontrolle.
  • Anti Money Laundering, organisatorischer Rahmen zur Verhinderung von Geldwäsche.

 

Weitere Informationen

Rechtsgrundlagen finden sich im deutschen Geldwäschegesetz, in europäischen Geldwäscheverordnungen und Richtlinien, in Vorgaben zu Finanzsanktionen sowie in aufsichtlichen Auslegungen und Anwendungshinweisen. Besonders wichtig sind risikobasierte Verfahren, dokumentierte Entscheidungswege, Datenqualität, Datenschutz, Schulungen und wirksame Kontrollen. Technische Lösungen wie digitale Identifizierung, Screening Systeme und Transaktionsmonitoring unterstützen KYC, ersetzen aber keine verantwortliche Beurteilung durch das verpflichtete Unternehmen. Die konkrete Tiefe der Prüfung richtet sich nach Kundenart, Produkt, Herkunftsland, Transaktionsmuster und Risikoprofil.

 

 

Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de

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