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Key Performance Indicator (KPI)

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Definition des Begriffs

Ein Key Performance Indicator, kurz KPI, ist eine zentrale Leistungskennzahl zur Messung der Zielerreichung in Unternehmen, Instituten oder einzelnen Geschäftsprozessen. Der Begriff bedeutet auf Deutsch wesentlicher Leistungsindikator. Im Finanzmarkt ist ein KPI ein Verfahren der strukturierten Leistungsmessung, bei dem relevante Daten nach einer festgelegten Berechnungslogik in eine steuerungsfähige Kennzahl überführt werden. KPIs können finanzielle, operative, vertriebliche, regulatorische oder qualitative Leistungsaspekte abbilden. Eine allgemeine gesetzliche Definition besteht nicht. Rechtliche Bedeutung entsteht, wenn KPIs in Risikoberichten, Vergütungssystemen, Geschäftsplänen, Auslagerungsverträgen, Service-Level-Agreements oder aufsichtsrelevanten Steuerungsprozessen verwendet werden.

 

Vorkommen und Verwendung

KPIs kommen in Banken, Versicherern, Wertpapierinstituten, Kapitalverwaltungsgesellschaften, Zahlungsinstituten und Finanzdienstleistungsunternehmen vor. Sie werden von Geschäftsleitung, Controlling, Risikomanagement, Compliance, interner Revision und Fachbereichen genutzt. Typische Einsatzfelder sind:

  1. Geschäftssteuerung, etwa Ertrag, Wachstum, Kostenquote oder Produktivität.
  2. Kunden- und Vertriebssteuerung, etwa Abschlussquote, Bearbeitungsdauer oder Beschwerdequote.
  3. Prozess- und IT-Steuerung, etwa Systemverfügbarkeit, Durchlaufzeit oder Fehlerquote.
  4. Auslagerungssteuerung, etwa Servicequalität, Reaktionszeit oder Vertragserfüllung.
  5. Nachhaltigkeits- und Governance-Steuerung, etwa ESG-Ziele, Schulungsquoten oder Kontrollabschlüsse.

Die Messung erfolgt regelmäßig, häufig monatlich oder quartalsweise, zusätzlich anlassbezogen bei Abweichungen.

 

Relevanz

KPIs sind relevant, weil sie strategische Ziele mit messbaren Ergebnissen verbinden. Sie unterstützen Entscheidungen über Ressourcen, Risiken, Produkte, Prozesse und Dienstleister. In regulierten Instituten können KPIs Hinweise auf Schwächen im Geschäftsmodell, in der internen Kontrolle, im IT-Betrieb oder in Kundenprozessen geben. Werden KPIs falsch definiert, unvollständig erhoben oder isoliert interpretiert, können Fehlanreize und Fehlsteuerungen entstehen. Deshalb benötigen wesentliche KPIs klare Verantwortlichkeiten, nachvollziehbare Datenquellen, Schwellenwerte, Eskalationswege und regelmäßige Plausibilitätskontrollen. Eine gute KPI-Struktur trennt Leistungskennzahlen von Risikokennzahlen, verbindet beide aber in Berichten und Steuerungsgremien.

 

Beispiel/Synonyme oder verwandte Begriffe

Verwandte Begriffe sind:

  • Leistungskennzahl, die deutsche Entsprechung von Key Performance Indicator.
  • KRI, Key Risk Indicator, eine Kennzahl zur Früherkennung erhöhter Risiken.
  • Zielwert, ein angestrebter Messwert für Planung und Steuerung.
  • Schwellenwert, ein Grenzwert für Prüfung, Eskalation oder Maßnahmen.
  • SLA-Kennzahl, eine Messgröße zur Überwachung vereinbarter Dienstleistungsqualität.

Ein Beispiel ist die Kosten-Ertrags-Relation, die Verwaltungsaufwand ins Verhältnis zu operativen Erträgen setzt.

 

Weitere Informationen

KPIs sollten dokumentiert und regelmäßig überprüft werden. Zur Dokumentation gehören Zweck, Formel, Datenquelle, Stichtag, Verantwortlichkeit, Zielwert, Toleranzbereich und Kontrollhandlung. Bezüge bestehen zu Management-Reporting, Risikoberichterstattung, Vergütungssteuerung, Auslagerungsmanagement, internen Kontrollsystemen und strategischer Planung.

 

 

Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de

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