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Kennzahl (KNZ)

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Definition des Begriffs

Eine Kennzahl, abgekürzt KNZ, ist eine verdichtete quantitative oder qualitative Größe, die Sachverhalte messbar, vergleichbar und steuerbar macht. Im Finanzmarkt dient eine Kennzahl als Verfahren der Informationsverdichtung: Einzelwerte aus Rechnungswesen, Risikomanagement, Meldewesen oder Geschäftsstatistik werden nach festgelegten Regeln berechnet und in eine aussagefähige Messgröße überführt. Kennzahlen können absolute Werte, Verhältniszahlen, Quoten, Margen, Schwellenwerte oder Indexwerte sein. Eine allgemeine gesetzliche Definition besteht nicht. Rechtliche Bedeutung entsteht, wenn Kennzahlen in Aufsichtsregeln, Rechnungslegungsstandards, internen Richtlinien, Verträgen oder Berichten verwendet werden.

 

Vorkommen und Verwendung

Kennzahlen kommen in Banken, Versicherern, Wertpapierinstituten, Kapitalverwaltungsgesellschaften und Unternehmen mit Finanzmarktbezug vor. Sie werden für Steuerung, Überwachung, Berichterstattung, Vergleichsanalysen und Frühwarnsysteme eingesetzt. Typische Verwendungsbereiche sind:

  1. Kapital und Solvenz, etwa Eigenmittelquoten oder Kapitalanforderungen.
  2. Liquidität und Refinanzierung, etwa Liquiditätsdeckungsgrad oder stabile Refinanzierung.
  3. Ertragslage, etwa Kosten-Ertrags-Relation, Marge oder Ergebnisbeitrag.
  4. Risiko, etwa Ausfallquote, Risikogewicht, Value at Risk oder Konzentrationsmaß.
  5. Nachhaltigkeit und Governance, etwa ESG-Indikatoren, Kontrollquoten oder Bearbeitungsfristen.

Die Erhebung erfolgt regelmäßig, häufig monatlich, quartalsweise oder anlassbezogen.

 

Relevanz

Kennzahlen sind für Finanzmarktteilnehmer relevant, weil sie komplexe Sachverhalte in entscheidungsfähige Informationen übersetzen. Sie unterstützen Geschäftsleitung, Risikocontrolling, Compliance, interne Revision, Abschlussprüfung und Aufsicht. Eine Kennzahl kann Zielwert, Limit, Warnsignal oder Nachweisgröße sein. Falsch definierte oder fehlerhaft berechnete Kennzahlen können Fehlsteuerung, unzutreffende Meldungen und aufsichtsrechtliche Beanstandungen auslösen. Deshalb sind klare Berechnungslogiken, Datenherkunft, Verantwortlichkeiten und Kontrollen erforderlich. Besonders wichtig ist die Konsistenz zwischen interner Steuerung, externem Reporting und regulatorischem Meldewesen.

 

Beispiel/Synonyme oder verwandte Begriffe

Verwandte Begriffe sind:

  • Key Performance Indicator, KPI, eine Leistungskennzahl zur Bewertung von Zielerreichung.
  • Key Risk Indicator, KRI, eine Risikokennzahl zur Früherkennung erhöhter Risiken.
  • Quote, eine Verhältniszahl mit Zähler und Nenner.
  • Limit, ein festgelegter Grenzwert für Risiko oder Geschäftstätigkeit.
  • Metrik, ein allgemeiner Messwert für Analyse und Steuerung.

Ein Beispiel ist eine Eigenmittelquote, die vorhandene Eigenmittel ins Verhältnis zu risikogewichteten Positionen setzt.

 

Weitere Informationen

Kennzahlen müssen eindeutig dokumentiert sein. Dazu gehören Zweck, Formel, Datenquellen, Stichtag, Aggregation, Rundung, Verantwortlichkeit und Kontrollschritte. Relevante Bezüge bestehen zu Rechnungslegung, Risikomanagement, Meldewesen, internen Kontrollsystemen, Aufsichtsberichten und Managementinformationen. In regulierten Instituten werden wesentliche Kennzahlen häufig in Limitrahmen, Risikoberichten, Sanierungsindikatoren, Vergütungssystemen und strategischen Steuerungsprozessen verwendet.

 

 

Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de

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