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Key Information Document (KID)

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Definition des Begriffs

KID steht für Key Information Document, auf Deutsch Basisinformationsblatt. Es ist ein standardisiertes Informationsverfahren für verpackte Anlageprodukte für Kleinanleger und Versicherungsanlageprodukte, auch PRIIPs genannt. Das KID fasst zentrale Produktinformationen vor Vertragsabschluss in kurzer, vergleichbarer Form zusammen. Rechtlich ist es in der Verordnung (EU) Nr. 1286/2014 über Basisinformationsblätter für PRIIPs verankert. Der Hersteller eines betroffenen Produkts erstellt das Dokument, bevor das Produkt Kleinanlegern angeboten wird. Ziel ist eine verständliche Darstellung von Produktart, Risiken, möglichen Erträgen, Kosten und Beschwerdemöglichkeiten.

 

Vorkommen und Verwendung

Das KID wird im Vertrieb von PRIIPs verwendet, insbesondere bei Investmentfonds, strukturierten Produkten, Zertifikaten, fondsgebundenen Lebensversicherungen und bestimmten Derivaten für Kleinanleger. Es muss rechtzeitig bereitgestellt werden, damit eine Anlageentscheidung auf einheitlicher Informationsbasis möglich ist. Die Darstellung folgt festen Inhaltsbausteinen:

  1. Angaben zum Produkt, Hersteller, zuständigen Aufsichtsbehörden und Zielgruppe
  2. Beschreibung der Funktionsweise, Laufzeit und Kündigungsmöglichkeiten
  3. Risikoindikator, Verlustsszenarien und Performance-Szenarien
  4. Kostenübersicht mit einmaligen, laufenden und anlassbezogenen Kosten
  5. Hinweise zur Mindesthaltedauer und zu Beschwerdewegen

 

Relevanz

Das KID erleichtert den Vergleich komplexer Finanzprodukte, weil Inhalt, Reihenfolge und Umfang regulatorisch vereinheitlicht sind. Für Produkthersteller entsteht eine Pflicht zur sorgfältigen, aktuellen und widerspruchsfreien Information. Für Vertriebsstellen ist das Dokument relevant, weil es in die vorvertragliche Kundeninformation eingebunden wird. Fehlerhafte, verspätete oder irreführende KIDs können aufsichtsrechtliche Maßnahmen, Vertriebsrisiken und zivilrechtliche Folgen auslösen. Das Verfahren steht in engem Zusammenhang mit der Geeignetheitsprüfung, der Angemessenheitsprüfung und dem Produktfreigabeverfahren nach dem europäischen Wertpapierrecht.

 

Beispiel/Synonyme oder verwandte Begriffe

  • Basisinformationsblatt: deutsche Bezeichnung des KID für PRIIPs
  • PRIIPs: verpackte Anlageprodukte für Kleinanleger und Versicherungsanlageprodukte
  • UCITS-KIID: früheres Anlegerinformationsdokument für OGAW-Fonds, das im Privatkundenvertrieb weitgehend durch das PRIIPs-KID ersetzt wurde
  • SRI: Summary Risk Indicator, eine Risikokennzahl von 1 bis 7, die Markt- und Kreditrisiken bündelt

 

Weitere Informationen

Zentrale Rechtsgrundlage ist die PRIIPs-Verordnung mit ergänzenden technischen Regulierungsstandards. Diese konkretisieren Aufbau, Berechnungsmethoden, Kostendarstellung und Risikoindikator. Zuständig sind nationale Aufsichtsbehörden sowie europäische Aufsichtsbehörden für Banken, Wertpapiere und Versicherungen. In der Praxis wird das KID regelmäßig überprüft, insbesondere bei wesentlichen Änderungen von Kosten, Risiken, Zielmarkt oder Produktausgestaltung. Die Sprache richtet sich nach dem Vertriebsstaat und muss klar, knapp sowie nicht irreführend sein.

 

 

Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de

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