Definition des Begriffs
Das Kapitalanlagegesetzbuch, kurz KAGB, ist das zentrale deutsche Gesetz zur Regulierung der Investmentfondsbranche. Es trat am 22. Juli 2013 in Kraft und löste das bis dahin geltende Investmentgesetz aus dem Jahr 2005 ab. Das KAGB dient der Umsetzung der europäischen AIFM-Richtlinie (Richtlinie 2011/61/EU über die Verwalter alternativer Investmentfonds) in deutsches Recht und bildet die rechtliche Grundlage für die Verwaltung sowohl offener als auch geschlossener Fonds in Deutschland.
Mit dem KAGB wurde erstmals ein einheitlicher Regulierungsrahmen für alle Arten von Investmentvermögen geschaffen. Es unterscheidet zwischen OGAW (Organismen für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren) und AIF (Alternative Investmentfonds) und führt mit der Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG) einen neuen Typus des Fondsverwalters ein, der die bisherige Kapitalanlagegesellschaft ablöst. Zudem wurde die Depotbank durch die Verwahrstelle ersetzt, die erweiterte Aufgaben und Haftungspflichten übernimmt.
Anwendungsbereich und Betroffene
Das KAGB gilt für alle in Deutschland tätigen Kapitalverwaltungsgesellschaften, unabhängig davon, ob diese OGAW oder AIF verwalten. Erfasst werden sowohl inländische als auch EU-ausländische und Drittstaaten-Fondsverwalter, die ihre Produkte in Deutschland vertreiben möchten. Ebenso betroffen sind Verwahrstellen, Vertriebsgesellschaften sowie Anleger, die in regulierte Investmentvermögen investieren.
Durch die Ausweitung des Anwendungsbereichs unterliegen nun auch Verwalter geschlossener Fonds, die zuvor weitgehend unreguliert waren, umfassenden aufsichtsrechtlichen Anforderungen. Dies betrifft insbesondere geschlossene Immobilienfonds, Private-Equity-Fonds, Infrastrukturfonds und Hedgefonds-Dachfonds.
Wesentliche Inhalte und Anforderungen
Besonderheiten und Relevanz
Das KAGB umfasst derzeit 359 Paragrafen und ist eines der umfangreichsten deutschen Finanzmarktgesetze. Es harmonisiert nationale Vorschriften mit europäischem Recht und stärkt die Aufsicht durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Durch die Integration alternativer Investmentprodukte wurde der regulatorische Graumarkt erheblich reduziert und das Schutzniveau für Anleger deutlich erhöht.
Das KAGB schafft zudem erstmals einen einheitlichen europäischen Pass für Fondsverwalter, der den grenzüberschreitenden Vertrieb innerhalb der EU erleichtert. Es bildet damit die zentrale Rechtsgrundlage für das deutsche Fondsgeschäft und ist eng verzahnt mit weiteren europäischen Rechtsakten wie der OGAW-Richtlinie, MiFID II und PRIIP-Verordnung.
Aktuelle Entwicklungen
Seit seinem Inkrafttreten wurde das KAGB mehrfach angepasst, zuletzt durch Änderungen im März 2026. Diese betreffen unter anderem Anpassungen an neue EU-Vorgaben, Erleichterungen für kleine Verwaltungsgesellschaften sowie Präzisierungen im Bereich der Nachhaltigkeitsberichterstattung gemäß der Offenlegungs-Verordnung (SFDR).
Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de
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