Feedback

Internationaler Währungsfonds (IWF)

zur Glossar-Übersicht

Definition des Begriffs

Der Internationale Währungsfonds (IWF; englisch: International Monetary Fund, IMF) ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen und eine der zentralen internationalen Finanzinstitutionen. Die Grundlagen für die Errichtung des IWF wurden im Juli 1944 auf der Währungs- und Finanzkonferenz in Bretton Woods beschlossen. Im Dezember 1945 trat das IWF-Übereinkommen in Kraft, der IWF nahm seine Geschäftstätigkeit in Washington D.C. auf, wo sich bis heute sein Sitz befindet. Derzeit gehören dem IWF 191 Mitgliedsländer an. Deutschland ist seit August 1952 Mitglied und hält als viertgrößter Anteilseigner eine Quote von 5,6 Prozent. Geschäftsführende Direktorin ist seit Oktober 2019 die Bulgarin Kristalina Georgieva.

 

Aufgaben

Der Hauptzweck des IWF besteht darin, die Stabilität des internationalen Währungssystems zu sichern, des Systems der Wechselkurse und internationalen Zahlungen, das Ländern ermöglicht, Güter und Dienstleistungen voneinander zu kaufen. Zu seinen Kernaufgaben gehören:

  • Beobachtung weltwirtschaftlicher und regionaler Entwicklungen, Identifizierung von Risiken und Empfehlungen zu deren Begrenzung (multilaterale Überwachung)
  • Analyse und Bewertung der Wirtschafts-, Währungs- und Finanzpolitik jedes einzelnen Mitgliedslandes gemäß Artikel IV des IWF-Übereinkommens (bilaterale Überwachung)
  • Beratung der Mitglieder zu Politiken zur Krisenprävention und Krisenbewältigung, zur Erreichung makroökonomischer Stabilität sowie zur Beschleunigung von Wirtschaftswachstum
  • Gewährung vorübergehender Finanzhilfen an Mitgliedsländer bei akuten Zahlungsbilanzproblemen unter wirtschaftspolitischen Auflagen
  • Bereitstellung technischer Hilfe und Ausbildung zum Aufbau von Fachkenntnissen und Institutionen für eine solide Wirtschaftspolitik

 

Zuständigkeiten

Der IWF wird von zwei zentralen Gremien geleitet: Der Gouverneursrat ist das höchste Entscheidungsgremium und setzt sich aus Vertretern aller Mitgliedstaaten zusammen. Er trifft wesentliche Grundsatzentscheidungen, insbesondere zu finanziellen und strukturellen Fragen. Viele Befugnisse delegiert er an das Exekutivdirektorium, das aus 25 Exekutivdirektoren besteht und die laufenden Geschäfte steuert. Der Gouverneursrat wird vom Internationalen Währungs- und Finanzausschuss (IMFC) beraten, der die Funktionsfähigkeit des Währungssystems überwacht. Die Mittel des IWF stammen vorwiegend aus Quoteneinzahlungen der Mitglieder, deren Höhe sich an der wirtschaftlichen und finanziellen Stärke der Länder orientiert.

 

Relevanz

Der IWF spielt eine Schlüsselrolle bei der Gestaltung und Stabilisierung der globalen Finanzarchitektur. Als monetäre Institution setzt er für seine Finanzhilfen Währungsreserven seiner Mitgliedsländer ein, was ihn von anderen internationalen Finanzinstitutionen unterscheidet, die auf Haushaltsmittel oder Finanzmärkte angewiesen sind. Seine wirtschaftspolitischen Analysen, Empfehlungen und Kreditprogramme beeinflussen nationale Politikentscheidungen weltweit. Die vom IWF durchgeführten Länderprüfungen (Artikel-IV-Konsultationen) und Finanzstabilitätsprüfungen (Financial Sector Assessment Program, FSAP) sind international anerkannte Instrumente zur Bewertung wirtschaftlicher Risiken und zur Förderung nachhaltiger Wirtschaftspolitik.

 

Besonderheiten

  • Supranationale Struktur mit eigener Rechtspersönlichkeit
  • Nutzung von Sonderziehungsrechten (SZR) als internationale Reservewährung
  • Enge Zusammenarbeit mit der Weltbank, insbesondere bei Frühjahrs- und Jahrestagungen
  • Verpflichtung der Mitgliedsländer zu enger währungspolitischer Konsultation und Kooperation
  • Deutschland wird beim IWF gemeinsam vom Bundesministerium der Finanzen und der Deutschen Bundesbank vertreten

 

Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de

Passwort zurücksetzen

Bitte geben Sie Ihre E-Mail-Adresse an. Wir senden Ihnen eine E-Mail zum Zurücksetzen Ihres Passwortes.


Abbrechen