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International Swaps and Derivatives Association (ISDA)

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Definition des Begriffs

Die International Swaps and Derivatives Association (ISDA) ist ein internationaler Branchenverband für Marktteilnehmer im Handel mit außerbörslichen Derivaten (Over-the-Counter Derivatives, OTC). Die Organisation wurde 1985 ursprünglich als International Swap Dealers Association gegründet und hat ihren Hauptsitz in New York City. ISDA verfügt über weitere Büros in London, Hongkong, Tokio, Washington D.C., Brüssel und Singapur. Mit über 1000 Mitgliedsinstitutionen aus 78 Ländern vereint ISDA nahezu alle relevanten Akteure des globalen Derivatemarktes. Die Mitgliedschaft umfasst Kreditinstitute, Wertpapierfirmen, Investmentmanager, Versicherungsunternehmen, Energie- und Rohstoffhändler, Regierungs- und supranationale Einrichtungen sowie wesentliche Infrastrukturdienstleister wie Börsen, Clearinghäuser, Handelsregister und Rechtsdienstleister.

 

Aufgaben

ISDA fördert die Sicherheit und Effizienz der Derivatemärkte durch Standardisierung, Harmonisierung und Best Practice. Zu den Kernaufgaben zählen:

  • Entwicklung und Pflege standardisierter Vertragsdokumentationen, insbesondere des ISDA Master Agreement
  • Förderung hoher Standards bei Marktverhalten, Risikomanagement und Compliance
  • Interessenvertretung gegenüber Regulierungsbehörden, Gesetzgebern und internationalen Organisationen
  • Bereitstellung rechtlicher Gutachten zur Durchsetzbarkeit von Netting-Regelungen in verschiedenen Jurisdiktionen
  • Verwaltung von FpML (Financial Products Markup Language), einem XML-Standard für den OTC-Derivatemarkt
  • Betrieb von Determinations-Committees, die verbindlich über Credit Events und Succession Events entscheiden
  • Durchführung von Schulungen, Veranstaltungen und Veröffentlichungen zur Marktentwicklung

 

Zuständigkeiten

ISDA besitzt keine hoheitlichen Befugnisse, nimmt jedoch eine zentrale regulatorische Funktion durch privatrechtliche Standardsetzung wahr. Die Organisation entwickelt Vertragsstandards, die weltweit von Marktteilnehmern genutzt werden. Dazu gehören das ISDA Master Agreement in den Versionen von 1992 und 2002 sowie diverse Annexe, Definitionen und Protokolle, etwa die Credit Support Annex (CSA), die 1999 ISDA Credit Derivatives Definitions oder das Big Bang Protocol von 2009. ISDA koordiniert zudem Auktionsverfahren zur Abwicklung von Kreditderivaten nach Kreditereignissen und stellt durch seine Determinations Committees rechtsverbindliche Feststellungen zu Kreditereignissen bereit.

 

Relevanz

ISDA spielt eine zentrale Rolle in der globalen Finanzarchitektur. Das ISDA Master Agreement ist der weltweit meistgenutzte Rahmenvertrag für Derivategeschäfte und bildet die Grundlage für Billionen US-Dollar an ausstehenden OTC-Derivatepositionen. Die Netting-Regelungen des Master Agreements ermöglichen es Finanzinstituten, Risikokapital effizienter zu allokieren, indem sie bilaterale Positionen verrechnen können. ISDA arbeitet eng mit Aufsichtsbehörden wie der EBA, ESMA, CFTC und der Federal Reserve zusammen und beeinflusst maßgeblich die Ausgestaltung internationaler Regulierung, etwa im Zusammenhang mit EMIR, Dodd-Frank, Basel III und aktuell DORA.

 

Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de

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