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Initial Margin (IM)

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Definition des Begriffs

Initial Margin, deutsch Anfangsmarge, bezeichnet eine vorab zu stellende Sicherheitsleistung für Derivatepositionen. Sie deckt mögliche künftige Wertverluste ab, die zwischen dem letzten Sicherheitsaustausch und der Schließung oder Ersetzung einer Position entstehen können. Im Unterschied zur Variation Margin, die bereits eingetretene Marktwertänderungen ausgleicht, schützt IM gegen potenzielles zukünftiges Exposure. Regulatorisch ist sie vor allem in EMIR, den zugehörigen technischen Standards und den Basel-IOSCO-Mindeststandards für nicht zentral geclearte Derivate verankert. Sie zählt damit zu den zentralen Bausteinen des Sicherheitenmanagements für außerbörsliche und börsengehandelte Derivate.

 

Vorkommen und Verwendung

Initial Margin wird bei zentral geclearten und bei nicht zentral geclearten Derivaten verwendet. Zentrale Gegenparteien berechnen IM für Clearingmitglieder und Kundenpositionen. Die Modelle berücksichtigen insbesondere Volatilität, Liquidität, Konzentrationen, Restlaufzeiten und eine definierte Margin Period of Risk. Bei bilateralen Geschäften tauschen verpflichtete Gegenparteien IM aus, sofern Anwendungsbereich, Schwellenwerte und Ausnahmen dies vorsehen. Die Häufigkeit der Berechnung richtet sich nach Marktbewegungen, Modellvorgaben und vertraglichen Fristen; im professionellen Derivatehandel erfolgt sie regelmäßig täglich.

Typische Arbeitsschritte sind:

  • Berechnung des potenziellen künftigen Risikos,
  • Festlegung zulässiger Sicherheiten,
  • Bewertung mit Haircuts und Konzentrationsgrenzen,
  • Austausch, getrennte Verwahrung und tägliche Kontrolle,
  • Verfahren zur Streitbeilegung bei Bewertungsdifferenzen.

 

Relevanz

Initial Margin reduziert das Gegenparteiausfallrisiko und unterstützt die Stabilität des Derivatemarkts. Für Banken, Wertpapierfirmen, Versicherungen, Fonds und größere Unternehmensgruppen wirkt sie direkt auf Liquiditätssteuerung, Collateral Management, Handelskosten und Produktkalkulation. Steigende Marktvolatilität kann höhere Marginanforderungen auslösen und zusätzliche liquide Sicherheiten binden. Dadurch entstehen Wechselwirkungen mit Treasury, Risikocontrolling, Clearingstrategie und Kapitalplanung. Eine belastbare IM-Governance umfasst Datenqualität, Modellvalidierung, rechtliche Dokumentation und operative Prozesse.

 

Beispiel/Synonyme oder verwandte Begriffe

  • Anfangsmarge: deutsche Bezeichnung für Initial Margin.
  • Variation Margin: Ausgleich laufender Marktwertänderungen.
  • Margin Period of Risk: Zeitraum zur Absicherung möglicher Verluste.
  • Collateral: als Sicherheit gestellter Vermögenswert.
  • Segregation: getrennte Verwahrung gestellter Sicherheiten.

 

 

Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de

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