Definition des Begriffs
ILM bezeichnet den Internal Loss Multiplier, auf Deutsch interner Verlustmultiplikator. Der Begriff gehört zum standardisierten Verfahren für operationale Risiken im Basel-Rahmenwerk. Der ILM ist ein Skalierungsfaktor, der interne Verlustdaten eines Instituts mit der Business Indicator Component verbindet. Er soll berücksichtigen, ob die historischen operationellen Verluste eines Instituts im Verhältnis zu seiner Geschäftsgröße höher oder niedriger ausfallen. Die Kapitalanforderung für operationale Risiken ergibt sich im Basel-Standard grundsätzlich aus der Multiplikation von Business Indicator Component und Internal Loss Multiplier. Der ILM ist damit keine eigenständige Rechtsnorm, sondern ein methodischer Bestandteil der regulatorischen Kapitalberechnung.
Vorkommen und Verwendung
Der ILM kommt bei Banken und Bankengruppen vor, die Eigenmittelanforderungen für operationale Risiken nach dem Standardansatz ermitteln. Er wird im Risikocontrolling, Meldewesen, Rechnungswesen, interner Revision und Aufsichtsdialog verwendet. Zentrale Prüffelder sind:
Für kleinere Institute oder bei nationalen Wahlrechten kann die Wirkung interner Verlustdaten begrenzt sein, wenn der ILM auf eins gesetzt wird.
Relevanz
Der ILM ist relevant, weil er die Kapitalunterlegung für operationelle Risiken an die eigene Verlusthistorie koppelt. Liegen die internen Verluste hoch im Verhältnis zur Business Indicator Component, steigt der Multiplikator und damit die Kapitalanforderung. Fallen die Verluste niedriger aus, kann der Multiplikator geringer sein, soweit das anwendbare Regelwerk dies zulässt. Für Institute entsteht dadurch ein direkter Anreiz zu belastbarer Verlustdatensammlung, Ursachenanalyse und Risikominderung. Gleichzeitig hängt die Aussagekraft des ILM von Datenqualität, Vollständigkeit und konsistenter Ereigniszuordnung ab.
Beispiel / Synonyme oder verwandte Begriffe
Weitere Informationen
Zentrale Bezugspunkte sind das Basel-Rahmenwerk zu operationellen Risiken und die europäische Umsetzung in den Eigenmittelvorschriften. Die Berechnung erfordert regelmäßig eine mehrjährige Historie qualitätsgesicherter Verlustdaten. Verknüpfte Themen sind operationelles Risikomanagement, interne Kontrollsysteme, Daten-Governance, Auslagerungsrisiken, Rechtsrisiken, Modelländerungen, Meldewesen und aufsichtliche Überprüfung.
Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de
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