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Internal Liquidity Adequacy Assessment Process (ILAAP)

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Definition des Begriffs

ILAAP steht für Internal Liquidity Adequacy Assessment Process, auf Deutsch interner Prozess zur Beurteilung der Angemessenheit der Liquiditätsausstattung. Er bezeichnet ein bankinternes Verfahren, mit dem Institute ihre Liquiditätsrisiken, Refinanzierungsrisiken und die Liquiditätssteuerung umfassend bewerten. Ziel ist der Nachweis, dass jederzeit ausreichend Liquidität und stabile Refinanzierungsquellen vorhanden sind, auch unter Stressbedingungen. Der ILAAP ist Teil des aufsichtlichen Überprüfungs- und Bewertungsprozesses und gehört zur zweiten Säule des europäischen Bankenaufsichtsrahmens. Rechtliche Bezüge bestehen insbesondere zur Capital Requirements Directive, zu nationalen Organisationspflichten und zu Leitlinien der europäischen Bankenaufsicht.

 

Vorkommen und Verwendung

Der ILAAP wird von Kreditinstituten eingerichtet, dokumentiert und regelmäßig aktualisiert. Er gilt vor allem für Institute, die Liquiditätsrisiken aus Einlagen, Kapitalmarktfinanzierung, Zahlungsverkehr, Handelsaktivitäten oder außerbilanziellen Zusagen tragen. Die Ausgestaltung folgt dem Proportionalitätsprinzip. Größe, Geschäftsmodell, Komplexität und Risikoprofil bestimmen den Detailgrad. Typische Kernbereiche sind:

  • Liquiditätsrisikoinventur, Messmethoden und interne Limite.
  • Stresstests, Szenarioanalysen und Notfallfinanzierungsplan.
  • Refinanzierungsstrategie, Liquiditätspuffer und Intraday-Liquidität.
  • Governance, Datenqualität, Berichterstattung und Validierung.

 

Relevanz

Der ILAAP ist für die laufende Geschäftssteuerung und die Aufsichtsbewertung zentral. Er unterstützt Vorstände bei Entscheidungen zu Refinanzierung, Produktplanung, Risikotoleranz und Krisenvorsorge. Aufsichtliche Feststellungen können qualitative Maßnahmen, zusätzliche Liquiditätsanforderungen oder Anforderungen an Governance und Datenhaushalt auslösen. Im SREP wird beurteilt, ob das Institut Risiken angemessen identifiziert, misst, steuert und mit tragfähigen Liquiditätsressourcen unterlegt.

 

Beispiel/Synonyme oder verwandte Begriffe

Verwandte Begriffe sind:

  • ICAAP: interner Prozess zur Beurteilung der Angemessenheit des Kapitals.
  • SREP: aufsichtlicher Überprüfungs- und Bewertungsprozess.
  • LCR: Mindestquote für kurzfristige Liquiditätsdeckung.
  • NSFR: Kennzahl für stabile Refinanzierung über einen längeren Zeitraum.

 

Weitere Informationen

Wesentliche Grundlagen ergeben sich aus Artikel 86 CRD zu Liquiditätsrisiken, aus Artikel 97 CRD zum aufsichtlichen Überprüfungsprozess und aus nationalen Anforderungen an eine ordnungsgemäße Geschäftsorganisation. Für bedeutende Institute im einheitlichen Aufsichtsmechanismus konkretisieren aufsichtliche Erwartungen die Inhalte. Der ILAAP muss mit Risikostrategie, Sanierungsplanung, Meldewesen, Risikotragfähigkeit und Gesamtbanksteuerung konsistent sein. Er umfasst sowohl eine normative Sicht auf regulatorische Kennzahlen als auch eine ökonomische Sicht auf interne Liquiditätsrisiken. Ergebnisse werden regelmäßig an Leitungsorgane berichtet und in Planungsprozesse einbezogen. Die Dokumentation sollte Annahmen, Verantwortlichkeiten, Eskalationswege und Modellgrenzen nachvollziehbar darstellen. Besonders wichtig ist die Verbindung zwischen Stressszenarien und konkreten Managementmaßnahmen, etwa Liquiditätsbeschaffung, Anpassung von Fälligkeiten, Sicherheitenmanagement oder Aktivierung des Notfallplans.

 

 

Weiterführende Details, regulatorische Vorgaben und Methodikbeschreibungen finden Sie auf Regupedia: www.regupedia.de

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